Glaubt man den Vorhersagen der Meteorologen, wird das Wochenende ideal sein, um sich den Frühling um die Nase wehen zu lassen. Das und eine nahezu perfekte Vorbereitung des 9. Elberadeltages lassen noch eine Prognose zu: Die, dass der Start in die Radfahrsaison am 1. Mai ein sehr gelungener werden könnte. Der Blick auf eine der Touren, die neben der Altmark auch niedersächsische und brandenburgische Natur hautnah erleben lassen wird, macht Lust, sich den radelnden Altmärkern anzuschließen.

Stendal. Je näher der 1. Mai rückt, um so häufiger klingelt im Büro von Simone Tandeck das Telefon. Die Routen, auf denen Freunde des Radfahrens an diesem Tag unterwegs sein werden, sind Thema der Telefonate. "So wollen wir das haben", sagt die Mitarbeiterin der Stendaler Kreisverwaltung. Bei ihr laufen die organisatorischen Fäden des Elberadeltages 2011 zusammen.

Anspruchsvoll und mit viel Sehenswertem

Am 1. Mai startet die Altmark in die Radfahrsaison und möchte das so furios wie möglich tun. Noch steht der Teilnehmerrekord vom 1. Mai 2009, an dem 1500 Radler das Dorf Beuster besuchten.

Das diesjährige Ziel der sternfahrenden Radler liegt noch ein Stück weiter nördlich - in Wanzer, in dem die Geschichte des Elberadeltages vor neun Jahren seinen Anfang nahm: mit 20 Radlern noch mitleidig belächelt.

Das war einmal. Die Altmark hat sich radtouristisch um Lichtjahre nach vorn entwicklet, nicht zuletzt dank eines der landschaftlich reizvollsten Abschnitte der Elbe. Dieses und jenes Sehenswerte in Elbnähe werden die Teilnehmer an einer der sieben Touren zu Gesicht bekommen, und vieles mehr.

Simone Tandeck hat die Hauptroute, die sie leiten wird, bereits am vergangenen Sonnabend abgeradelt. "Die ist schon eine von den anspruchsvolleren", sagt sie mit Blick auf die den Radlern abverlangte Fitness. 60 Fahrrad-Kilometer ist die Tour Geestgottberg-Wanzer und zurück lang. Startpunkt kann aber nicht nur Geestgottberg, sondern auch Stendal sein. Wer ab der Kreisstadt teilnehmen möchte, wird den ersten Abschnitt mit der Deutschen Bahn bewältigen. Der Zug fährt 9.58 Uhr vom Hauptbahnhof ab. "Die Radler sollten um 9.30 Uhr da sein", empfiehlt Simone Tandeck, denn: "Wir müssen die Räder auf den Bundeswehr-Lkw laden, mit dem sie bis Geestgottberg gebracht werden." Wer dieses Angebot nutzt, sollte wissen: Für den Transport haftet er selbst. Und noch etwas ist wichtig: Kleingeld. Das brauchen die Teilnehmer für das Hopper-Ticket mit dem sie bis Geestgottberg und von dort nach Stendal zurück gebracht werden, für eine Fährüberfahrt und einen Museumsbesuch.

In Geestgottberg beginnt die Radeltour gegen 11.45 Uhr. Das sollten sich all jene merken, die individuell bis dorthin anreisen und sich dann der radelnden Truppe anschließen werden. Das ist ebenso erwünscht wie empfehlenswert. Erste Station auf diesem Kurs wird Wahrenberg, storchenreichstes Dorf Sachsen-Anhalts, sein. Weiter geht es über Pollitz nach Wanzer. "Dort werden wir um 12 Uhr begrüßt und dann das Programm genießen", sagt Tandeck. Ein Programm, das bis zum späten Nachmittag alles bieten wird, was ein Volksfest ausmacht, von Blasmusik über Linedance, Gesang, Ausstellungen, Marktstände und Ausflüge ins Elbtal bis hin zu Kuchen, Wein oder Schwein am Spieß.

Motto auf allen Routen: Genießen, nicht hetzen

Die Radler auf der Geestgottberg-Route schwingen sich um 14 Uhr wieder in die Sättel. Weiter geht es für sie über die Grenz- und Begegnungsstätte Stresow ins niedersächsische Schnackenburg und dann ins Brandenburgische, wo die Stationen Cumlosen, Müggendorf und Wittenberge heißen, bevor es nach Geestgottberg zurückgeht. "Wir planen, dort den Zug um 19.22 Uhr nach Stendal zu nehmen. Da ist dann auch genügend Puffer drin", sagt Simone Tandeck. Zwar führe auch um 17.22 Uhr ein Zug, aber: "Dann müssten wir wirklich hetzen und nicht radwandern, was wir an diesem Tag ja wollen."

Dieser Grundsatz gilt übrigens für alle sieben Touren des Elberadeltages am 1. Mai, für die Simone Tandeck gern weiterhin das klingelnde Telefon in ihrem Büro mit dem Anschluss (03931) 607949 abnimmt. Alle Infos rund um den Radeltag mit Streckenführungen und Ansprechpartnern sind auch im Internet unter www.elberadweg.de - Aktuelles - 9. Elberadeltag - Komplettprogramm abrufbar.