Die Frösche in der Lanke stimmten zum Konzert an, als gestern Mittag die neue Brücke über den Fluss baulich abgenommen und dann freigegeben wurde.

Schollene. Die Schüler der 4. Klasse, die für den Sachkundeunterricht gerade auf den Sagenpfaden wanderten, waren die Ersten, die ganz offiziell über die fertiggestellte Weiße Brücke liefen. "Hüpft mal, damit wir wissen, ob sie auch hält", scherzte Bürgermeister Armin Wernicke. Er ist froh, dass das Bauwerk nun endlich fertig ist. "Lange genug hat es ja gedauert. Aber das Ergebnis ist ganz ordentlich geworden", so das Resümee des Gemeindeoberhauptes.

Dass die Bauarbeiten länger dauerten als geplant, konnte die ausführende Firma aus Havelberg nicht beeinflussen. Rechtzeitig im Juni hatten die Arbeiter begonnen, zunächst die alte Brücke abzureißen. Es ging mit dem Neuaufbau auch zügig voran. Aber Ende November setzte der Winter ein. Und im Frühjahr, als der Frost weg war, konnte auch nicht richtig weitergearbeitet werden, weil sich das Hochwasser lange hielt.

Nicht nur die Landwirte, die ihre Felder auf der anderen Seite des Flusses im Havelvorland erreichen wollten, wurden auf eine Geduldsprobe gestellt, sondern auch die behinderten Bewohner der Wohnanlage auf dem Mühlenberg. Denn ihr Haus am Wall, in dem sie kreativ tätig sind, war für sie unerreichbar.

Beim Neubau der Weißen Brücke handelt es sich um ein vom Amt für Landwirtschaft und Flurneuordnung gefördertes Leader-Projekt, insgesamt gab es 75 Prozent Fördermittel. Ursprünglich war geplant, die Überführung wieder als Zweifeldbrücke anzulegen. Doch aus Kostengründen und auch für eine leichtere Gewässerpflege wurden die Pläne noch einmal in eine Einfeldbrücke umgewandelt. Das heißt, es gibt keinen Pfeiler mehr in der Mitte und das Bauwerk überspannt auf 12 Metern den Fluss. Die Fahrbahnbreite beträgt vier Meter. Insgesamt 466 000 Euro hat der Neubau verschlungen.