Viele Havelberger und Gäste von außerhalb haben am Sonnabend den Tag der offenen Tür der Kiebitzberg Gruppe genutzt, um sich auf der Werft umzuschauen. Mit dem PonTom machten sie Kurzausflüge auf der Havel. Die neuen Wohnflöße weckten das Interesse. In der Schiffsbauhalle gab es die "Astana II" und den Eisenbahnwaggon zu sehen, der demnächst als Brücke zwischen zwei Gebäuden dient.

Havelberg. "Ist das toll hier, die Werft ist riesig groß geworden, früher war das alle viel kleiner hier", schwärmt Edelgard Wildermuth, als sie gemeinsam mit ihrem Mann Emil von Schiffbaumeister Ulrich Ahrens über das Werftgelände geführt wird. "Früher sah das hier alles ganz anders aus, es ist alles so ordentlich. Alle Achtung, solch eine Werft in so einer kleinen Stadt. Sonst sieht man sie ja nur von oben vom Dom aus, darum sind wir heute hergekommen, um uns auf dem Gelände mal umzuschauen." Edelgard Wildermuth erzählt, dass sie als Kind oft an der damaligen Werft gebadet hat. "Mit unserem Bündel Badezeug sind wir hier immer gewesen. Stutzer 1, 2 und 3 hießen die Stellen." Gern gesehen war das Baden dort zwar nicht, aber das kümmerte die Kinder nicht.

Die Gelegenheit, sich über die Arbeit auf der Werft zu informieren, nutzten am Sonnabend viele Havelberger und Gäste. In der Schiffsbauhalle entsteht gerade die "Astana II" für Kasachstan. Anfang Juli soll der Stapelhub sein. Gleich daneben wird ein alter Schweizer Bahnwaggon zur Brücke umfunktioniert, die künftig zwei Gebäude einer Firma verbindet (die Volksstimme berichtete).

Groß auch das Interesse der Besucher an den neuen Wohnflößen, die auf der Werft für Charterunternehmen gebaut werden. Ein Floß wurde am Sonnabend getauft. "Die Nachfrage ist sehr gut", sagt Kiebitzberg-Geschäftsführer Andreas Lewerken. Bis Spätsommer sollen aber auch zwei für Havelberg fertig sein, die dann gemietet werden können. Ausgestattet mit Kochgelegenheit, Toilette, Schlafmöglichkeit und jeder Menge Platz zum draußen sitzen, bietet das Floß, das sieben Kilometer pro Stunde schafft, Campingurlaub auf dem Wasser. "Das Floß ist sehr leicht zu händeln und führerscheinfrei zu fahren", erklärt Andreas Lewerken. "Ich denke, dass Touristen darauf viel Spaß haben."

Bis zur Bundesgartenschau 2015 sollen sechs bis acht solcher Katamaran-Flöße in verschiedenen Varianten ab Havelberg fahren. Für das Art-Hotel Kiebitzberg ist sogar ein Sauna-Floß geplant.

Abenteuer auf dem Wasser zu erleben, macht auch PonTom möglich. Dieses Hausboot im Cabrio-Stil ist jetzt schon zu chartern. Wie es sich darauf fährt, testeten am Sonnabend etliche Besucher bei Rundfahrten auf der Havel und im Winterhafen.

 

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