Den Frühling mit allen Sinnen genießen konnten am Sonntagnachmittag die Gäste in der Fischbecker Kirche. Der Jerichower Kirchenchor hatte in das Gotteshaus eingeladen. Man konnte nicht nur hören und mitsingen, sondern auch den Duft von Flieder und Blauregen riechen und sich Leckeres schmecken lassen.

Fischbeck. Vierstimmiger Chorgesang - den hört man in Chören nur selten. Fünf männliche Sänger im Jerichower Kirchenchor machen diese Vielfalt möglich und das Zuhören zum Genuss. Das empfanden auch die Besucher, die am Sonntag der Einladung in die Fischbecker Kirche gefolgt waren. Der "Förderverein zum Erhalt der Fischbecker Kirche" mit Dieter Northe als Vorsitzendem hatte den Nachmittag organisiert. Im Chor unter Leitung von Kantor Christoph Lehmann singen auch Dorfbewohnerinnen mit: Susanne Northe, Claudia Welsch und Cornelia Eggers sowie die Briesterin Silvia Sasse, alle anderen kommen aus dem Jerichower Bereich.

Nach Gesang mit kirchlichem Inhalt folgten Lieder, die zum Frühling und Sommer passten. Erst nach einer Zugabe löste sich der Chor auf - nach Hause ging es allerdings nicht. Tische und Stühle wurden herangetragen und Chor sowie Gäste nahmen an der Tafel Platz. Beim gemütlichen Plausch ließ man sich Grüne-Wiese-Bowle, Vollkornbrot mit Kräuterbutter und Waldmeistercreme schmecken.

Nur zu gern legten die Gäste Geld in die Kollekte, die sich Chor und Verein teilten. Das Geld können die Förderer der Kirche auch gut gebrauchen. "Wir wollen die beiden Türen aufarbeiten lassen", berichtet die Kirchenälteste Susanne Northe. Es handelt sich um die jetzt genutzte Eingangstür am nördlichen Seitenschiff und die am Westportal, die früher einmal der Haupteingang war. Rund 5000 Euro kosten die Arbeiten, für die jetzt die Genehmigungen eingeholt werden. Dieses Geld kann die kleine Kirchgemeinde und auch der Verein allein nicht aufbringen. Wie schon mehrfach unterstützt die Jagdgenossenschaft, in der auch viele ehemalige Fischbecker Mitglied sind, das Vorhaben.

Wie an jeder Kirche gibt es am Fischbecker Gotteshaus einiges zu tun. "Aber wir können nur ganz kleine Schritte machen, weil unsere finanziellen Möglichkeiten beschränkt sind", so Susanne Northe. "Wir sind erst einmal froh, dass die Wände nach der Sanierung des Sockels und dem Anbringen der Dachrinne trocken sind. Dass im Inneren nun der Putz von den Wänden bröckelt, ist eine Folge der jahrzehntelangen Feuchtigkeit. Aber an eine Sanierung ist erst einmal nicht zu denken. Und letztlich macht das auch den Charme unserer kleinen Kirche aus." Nächstes Vorhaben, das man in Angriff nehmen will und das finanziell halbwegs überschaubar wäre, ist die Erneuerung der Fenster.

Einmal im Monat hält Pfarrer Christof Enders Gottesdienst in der Fischbecker Kirche. Nach dem Weihnachtsmusical 2008 war der Chornachmittag wieder ein schöner Höhepunkt.