Großer Bahnhof gestern am Schönhauser Bahnhof. Nach gut einem halben Jahr Bauzeit konnte der neue Vorplatz, der Schnittstelle zwischen Bus und Bahn ist, feierlich eingeweiht werden.

Schönhausen. Vorbei sind die Zeiten, in denen man durch Schlaglöcher in der schmalen Zufahrtsstraße stolperte, durch Pfützen laufen und sein Auto irgendwo kreuz und quer parken musste. Nun ist es ein Vergnügen, zum Bahnhof zu fahren. Die 350 Meter lange Zufahrt samt Gehweg ist ordentlich asphaltiert, es gibt zehn Parkplätze, eine Buswendeschleife, überdachte Fahrradstellplätze und ein Wartehäuschen, das noch mit Verglasung versehen werden soll. "Alles ist sehr schön geworden", dankte Bürgermeister Alfons Dobkowicz den Bauarbeitern, den Planern, dem Verwaltungsamt und natürlich dem Land. Denn das hatte maßgeblichen Anteil an der Finanzierung. Die Kosten für die Umgestaltung liegen bei rund 270000 Euro. Etwa 194000 Euro wurden aus dem Schnittstellenprogramm des Landes bereit gestellt, das von der Nahverkehrsservicegesellschaft NASA betreut wird. Pressesprecher Wolfgang Ball war vor Ort und überbrachte auch die Grüße von Verkehrsminister Thomas Webel, der wegen eines anderes Termins leider nicht kommen konnte. Schönhausen spiele eine wichtige Rolle bei der verkehrlichen Erschließung der Altmark östlich der Elbe. Für Fahrgäste und Besucher sei ein Bahnhofsvorplatz entstanden, der dazu einlädt, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen.

Mindestens alle zwei Stunden besteht die Möglichkeit, von Bus in Bahn umzusteigen, auch am Wochenende und abends. Das kostenlose Mitnehmen von Fahrrädern im Niederflurbus ist möglich. Es kreuzen sich zwei Linien des Bahn-Bus-Landesnetzes: die Buslinie 900 von Stendal über Tangermünde nach Havelberg/Glöwen sowie die Bahnlinie Stendal-Rathenow-Berlin. Auch Klaus-Dieter Schröter, Betriebsleiter bei Stendal-Bus, begrüßte die bequeme Umsteigemöglichkeit und dass die Busse nun gut und sicher wenden können.

Dass Bus und Bahn noch mehr genutzt werden, wünscht sich auch Verbandsbürgermeister Bernd Witt, "nicht zuletzt, weil dadurch der Straßenverkehr entlastet wird. Schön wäre, wenn der Schönhauser Bahnhof auch wieder Bedeutung für die Güter- und den landwirtschaftlichen Verkehr bekommen würde."

Alfons Dobkowicz würde sich wünschen, wenn auch mit dem alten, wenig ansehnlichen Bahnhofsgebäude bald etwas passiert, "wir sind im Gespräch mit der Bahn".

Zur Einweihungsfeier waren ein paar Schönhauser gekommen, auch Andrea Hopp vom Bismarck-Museum. Sie selbst fährt oft mit dem Zug nach Berlin und Touristen oder Studierende kommen ins Museum, "schön, dass der Bahnhof nun so ansprechend aussieht".

Die Hasengruppe aus dem Kindergarten sang, bevor die Steppkes zusammen mit den Bürgermeistern das Band zerschnitten und die Schnittstelle somit symbolisch freigaben. Die "Hasen" bekamen auch gleich eine Sonderfahrt zurück in den Kindergarten, während die Gäste mit Sekt darauf anstießen, dass Schönhausen wieder ein Stück einladender geworden ist.