Der Ausbau des letzten Teilabschnittes der Lindenstraße in Beetzendorf wird auch in diesem Jahr weiter auf sich warten lassen. Grund ist die ungeklärte Frage, wie der Bahnübergang in die Sanierungsarbeiten einbezogen werden kann. Bürgermeister Heinrich Schmauch drängt auf eine Lösung für das gesamte Bahnareal.

Beetzendorf l Die Sanierung der Lindenstraße sollte 2011 das letzte große Straßenbauprojekt in Beetzendorf sein. Doch nicht auf der gesamten Länge konnten Fahrbahn und Nebenanlagen erneuert werden, der erste Bauabschnitt umfasste lediglich das 435 Meter lange Teilstück zwischen der Kreuzung nach Rohrberg und Jeeben und der Einmündung der Friedensstraße. Für den bedeutend kleineren, aber nicht minder maroden Abschnitt vom Bahnübergang bis zum Anschluss an den Steinweg vertröstete das Land die Gemeinde auf die nächsten Jahre. In diesem Jahr liegt die Einweihung des ersten Bauabschnitts bereits drei Jahre zurück und noch immer gibt es keine Aussicht auf Fortsetzung des Projekts.

"Das wird wohl auch in diesem Jahr nichts, es gibt keine Signale seitens des Landes", bedauerte Beetzendorfs Bürgermeister Heinrich Schmauch auf Nachfrage der Volksstimme. Inzwischen werde der Zustand der Straße in diesem Abschnitt immer schlechter. "Und als Gemeinde müssen wir so langsam auch wieder auf die Straßen schauen, die wir vor zehn bis zwölf Jahren gemacht haben und die bereits Verschleißerscheinungen zeigen. Es gilt das Bestehende zu erhalten", erklärte der Ortschef.

Als Grund für die Schwierigkeiten bei der Fortführung des Lindenstraßen-Ausbaus hat Schmauch den Bahnübergang ausgemacht. Über den rollen zwar längst keine Züge mehr, doch die Strecke ist nicht entwidmet. Im Gegenteil: Die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE), ein privates Bahnunternehmen, hat die Bahngleise übernommen und will den Schienenverkehr in Richtung Klötze und Salzwedel wieder aufnehmen. Die Pläne gibt es seit Jahren, ohne dass diese allerdings in die Tat umgesetzt wurden. Statt dessen rotten die Bahnanlagen und auch der Übergang an der Lindenstraße, für dessen Sanierung das Bahnunternehmen mit ins Boot genommen werden müsste, vor sich hin.

"Ich würde es begrüßen, wenn endlich mal auf den Tisch kommt, welche Pläne mit der Strecke eigentlich geschmiedet werden. Ich kann nicht erkennen, dass hier irgendetwas Sinnvolles passiert", meinte Schmauch. Für den Beetzendorfer Bürgermeister ist das Vorhaben, wieder Züge zwischen Salzwedel und Klötze fahren zu lassen, ohnehin illusorisch. "Die Phantasie, die da von einigen aufgebracht wird, ist schon bewundernswert", erklärte er. Allerdings wage er die Prognose, dass nicht ein einziges der Projekte auch wirklich realisiert wird.

Eine Lösung wäre für den Bürgermeister nur denkbar, wenn man die Strecke wirtschaftlich nutzt, etwa für den Transport von Holz für das Glunz-Werk bei Nettgau. "Dann müsste eine Straße dorthin ertüchtigt werden. Aber Glunz schaut eher in Richtung Wittinger Hafen", meint Schmauch. Die Pläne für einen dortigen Gleisanschluss bis zum Werk haben sich allerdings bis jetzt auch nicht als realisierbar erwiesen.

Das Bahngelände mitten in Beetzendorf, auf dem Unkraut und Gestrüpp meterhoch wuchern, gehört zu den größten Schandflecken im Ort. Und selbst am backsteinernen Empfangsgebäude, das im Dezember 2012 im Rahmen einer Auktion einen neuen Eigentümer fand, tut sich nichts. Der Beetzendorfer Ortschef erneuerte gegenüber der Volksstimme seinen Vorschlag, das Areal der Gemeinde zur Verfügung zu stellen, die es dann bebaut. "Altersgerechtes Wohnen ist das Zauberwort. Die Fläche würde sich dafür anbieten, zumal wir die Infrastruktur im Ort haben", so Schmauch. Seine Vision: Das alte Bahngelände soll Beetzendorf nicht länger zerschneiden, sondern verbinden.

"Ich würde mir für 2014 wünschen, dass sich die Verantwortlichen einen Ruck geben", erklärte das Gemeindeoberhaupt. Entweder müsse die Bahnstecke endgültig entwidmet oder ein schlüssiges Konzept zum Weiterbetrieb auf den Tisch gelegt werden. Der jetzige Zustand sei jedenfalls nicht länger hinnehmbar.