Nachdem das Land nun doch Gelder bereitstellt, kann in der Evangelischen Familienbildungsstätte in Klötze erst einmal aufgeatmet werden. Das Finanzielle ist geregelt. Erfreulich auch: 2013 besuchten 7431 Menschen die Einrichtung.

Klötze l "Miteinander leben, einander achten, voneinander lernen, offen für alle." Das ist das Credo der Evangelischen Familienbildungsstätte (EFA) in Klötze. Die Einrichtung, die unter der Trägerschaft des evangelischen Kirchspiels Klötze-Neuendorf steht, wurde am 23. April 1994 eröffnet, besteht nunmehr also seit fast genau 20 Jahren. Dieser runde Geburtstag soll am Sonntag, 11. Mai, gebührend begangen werden. Die Planungen laufen. Nach derzeitigem Stand der Dinge soll um 10 Uhr ein Familiengottesdienst in der Ägidiuskirche stattfinden. Im Anschluss soll es in der EFA ein gemütliches Beisammensein mit einem bunten Programm geben.

Dabei sah es zwischenzeitlich gar nicht so aus, als ob in diesem Jahr überhaupt Grund zur Freude bestehen würde. Schließlich bestand 2013 eine monatelange Unsicherheit über die Zukunft der EFA. Hieß es im vorigen Sommer noch, das Land werde seine Zahlungen einstellen, kam im November endlich die erlösende Nachricht aus Magdeburg, wonach weiterhin ein Zuschuss gewährt werde. Weitere Geldgeber sind neben der evangelischen Kirche übrigens der Altmarkkreis Salzwedel und die Stadt Klötze.

"Wir wollen Gutes bewahren, stehen Neuem aber aufgeschlossen gegenüber."

"Gefeiert hätten wir das Jubiläum so oder so, auch wenn es unser letzter Arbeitstag gewesen wäre", betont EFA-Leiterin Thekla Putzke im Gespräch mit der Volksstimme, wenngleich sie einräumt, dass die finanzielle Ungewissheit schon belastend gewesen sei.

Jetzt sind die Sorgen fürs Erste vergessen und die EFA startete schwungvoll wie eh und je ins neue Jahr. Die Menschen dürfen sich weiterhin auf ein breit gefächertes Angebot in der EFA freuen. "Wir wollen Gutes bewahren, stehen Neuem aber aufgeschlossen gegenüber", umreißt Thekla Putzke das Programm, das sich im vergangenen Jahr einmal mehr großer Beliebtheit erfreute. Insgesamt verzeichnete Thekla Putzke 7431 Teilnehmer beziehungsweise Besucher, darunter waren 2789 Kinder und Jugendliche. "Die Zahl liegt im Durchschnitt der vergangenen Jahre", informiert Thekla Putzke.

Zu den "festen Größen, die immer gut laufen", zählt Thekla Putzke die Kurse, die sich den Themen Erziehung, Familie und Gesundheit widmen. Sei es nun die Krabbelkäfergruppe für Kleinkinder, Gesunde Ernährung ab dem ersten Tag oder als "Sahnebonbon", wie Thekla Putzke es nennt, das sogenannte Prager Eltern-Kind-Programm (PEKiP), in dem Eltern Spiel- und Bewegungsanregungen für ihre Babys bekommen.

"Schwierig zu organisieren" seien gegenwärtig indes der Musikgarten für Kinder sowie die Babymassage, weil es hierfür nur eine Referentin gebe.

"Positive Rückmeldungen" habe es hingegen erneut für die Gesundheitsgymnastik, den Kompaktkurs Ernährung sowie das Autogene Training gegeben.

"Wenn es uns möglich ist, dann versuchen wir gerne, auf Trends zu reagieren."

Thekla Putzke weist darauf hin, dass die Kurse zur Geburtsvorbereitung und Rückbildung künftig von Jana Reimann aus Mellin und Helen Benecke aus Rohrberg geleitet werden. Sie sind auch die Ansprechpartnerinnen für alle Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit.

Eine rege Resonanz habe es im vergangenen Jahr auch für das Frauenfrühstück, das jeden zweiten Montag stattfindet, gegeben. Und ein fester Stamm von etwa 30 bis 40 Damen fände sich immer mittwochs in der EFA ein, um bei der Sitzgymnastik zunächst etwas für die Gesundheit zu tun und anschließend Bingo oder Mensch-ärgere-dich-nicht zu spielen.

Festgehalten werde auch an den Ferienprogrammen, an denen, wie die EFA-Leiterin feststellte, zuletzt wieder mehr Jungen teilnahmen.

Einen ständigen Treffpunkt bilde die EFA überdies für die Selbsthilfegruppen Osteoporose, Krebs, Depression und Verwaiste Eltern.

Weiterhin abdecken werde die EFA den kreativen Bereich. Während sich das Interesse für den Laubsägekurs in 2013 aus unerfindlichen Gründen in Grenzen gehalten habe, seien die Näh-, Mal-, Töpfer-und Gitarrenkurse laut Thekla Putzke "Renner", für die überwiegend eine immense Nachfrage bestehe. Nach einem Jahr Pause könne in der EFA 2014 auch wieder erlernt werden, Socken zu stricken.

"Plötzlich wollen alle nähen lernen. Für Handtaschen oder andere Accessoires. Das scheint ein Trend zu sein. Und wenn es uns möglich ist, dann versuchen wir gerne, auf Trends zu reagieren", sagt Thekla Putzke, die für jede Anregung dankbar ist.

Bilder