Zehn Jahre lang haben die Jungen Archäologen der Altmark ihr Grabungslager bei Hohendolsleben aufgeschlagen. Ab diesem Jahr wird Kläden bei Arendsee ihr neuer Forschungsschwerpunkt.

Jübar l Wenn das Grabungslager der Jungen Archäologen ansteht, sind vor allem die Kinder und Jugendlichen des Vereins mit Feuereifer dabei. Stolz berichtete der zwölfjährige Wilhelm Fleig während der Jahreshauptversammlung in Wort und Bild, wie im vergangenen Sommer bei Hohendolsleben Siedlungsreste, aber auch ein alter Schlüssel, ein Webgewicht, Scherben und Tierknochen, die als Bauopfer dienten, ausgegraben wurden. Auch beim nächsten Grabungslager will der Jübarer gern wieder mit dabei sein.

Doch die Jungen Archäologen werden ihre Zelte diesmal vom 7. bis 18. Juli nicht - wie in den vergangenen zehn Jahren - in Hohendolsleben aufschlagen, sondern in der Nähe von Kläden bei Arendsee. Die bisherige Grabungskampagne ist abgeschlossen, deren Ergebnisse sollen wissenschaftlich publiziert werden (die Volksstimme berichtete). Auf einem Acker bei Kläden wartet die nächste Herausforderung für die Forscher. "Dort wurden beim Schachten von Kabeltrassen mehrere schwarze Verfärbungen im Boden entdeckt, die gebrannte Steine und sehr viel Schlacke enthalten", erläuterte Torsten Müller während der Archäologen-Versammlung. Als Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie habe er vor Ort die Funde dokumentiert.

Gesamte Infrastruktur des Lagers muss neu aufgebaut werden

Die Vermutung der Archäologen: Ähnlich wie bei Hohendolsleben könnte sich hier eine Siedlung befunden haben, die im Laufe der Zeit aufgegeben wurde. "Zwar beschreibt Wilhelm Zahn in seinem 1905 erschienenen Buch eine Wüstung in der Nähe, aber die liegt 800 Meter vom Ort weg. Unsere Fundstelle ist nur 300 Meter entfernt", erklärte Torsten Müller. Möglicherweise habe es eine zweite Siedlung gegeben.

Die Fundstelle ist inzwischen von Olaf Schröder vom Landesamt eingemessen und mit Pflöcken abgegrenzt worden. Zudem wurde das Areal einer geomagnetischen Untersuchung unterzogen, die Jutta Kneisel von der Kieler Universität vornahm. "Die hat gezeigt, dass dort noch etwas für uns zu holen ist, obwohl der tiefgehende Pflug mit der Zeit schon einiges beiseite geräumt hat", zeigte sich Müller optimistisch.

Die gesamte Infrastruktur des Lagers, auf die die Archäologen in Hohendolsleben ein Jahrzehnt lang bauen konnten, muss bei Kläden neu errichtet werden. "Der Zeltplatz wird in der Nähe eines Kiefernwäldchens sein", erklärte Torsten Müller. Und auch die Kosten für die Grabung dürften für den Verein steigen. "In Hohendolsleben haben wir Strom und Wasser von den Platzeigentümern zur Verfügung gestellt bekommen, hier müssen wir mit Notstromaggregaten arbeiten und Wasser mit einem Wagen heranschaffen", machte Schatzmeister Heiko Meyer klar. Der Rohrberger bezifferte die Mehrkosten auf zirka 2600 Euro.

Zudem habe sich der Aufwand für die Auswertung der Grabungen in den vergangenen Jahren enorm erhöht. "Das hat eine ganz andere Qualität wie früher", betonte Meyer und verwies auf die wissenschaftliche Nachbereitung der Funde von Hohendolsleben, die es so in dieser Form bei den vorhergehenden Ausgrabungen bei Wallstawe und Osterwohle nicht gegeben habe.