Die Ruine des Bergfrieds im Beetzendorfer Park ist das letzte Relikt einer einst mächtigen Burganlage. Doch seine Bausubstanz bröckelt. Die Gemeinde hofft für den Erhalt auf die Bildung einer Interessengruppe und stellt schon mal 5000 Euro im Haushalt bereit.

Beetzendorf l Den Anstoß gab ein vom Beetzendorfer Verein der Heimatfreunde organisierter Vortrag mit Denkmalschützer Ulf Frommhagen vor knapp zweieinhalb Jahren. "Er hat uns die Augen geöffnet, dass es sich bei dem Bergfried im Park um einen der ältesten und zu seiner Zeit modernsten handelt, der große Bedeutung für die Beetzendorfer Geschichte hat", erklärte Bürgermeister Heinrich Schmauch bei der jüngsten Zusammenkunft des Heimatvereins. Das Geschlecht der Schulenburgs, das den Turm und die dazugehörige, inzwischen nicht mehr existierende Burganlage bewohnte, habe die Region geprägt.

Doch inzwischen ist der Bergfried akut vom Verfall bedroht. Steine fallen aus dem Gemäuer heraus, das aus Sicherheitsgründen mit einem Schutzzaun umgeben ist. Damit nicht in einigen Jahren kaum noch etwas an dieses historische Zeugnis erinnert, setzt die Gemeinde auf die Mithilfe der Beetzendorfer. "Es wäre schön, wenn sich ein Förderverein oder eine Interessengruppe bildet, die sich den Erhalt des Bergfrieds auf die Fahnen schreibt", erklärte Schmauch. Diese könne auch Fördermittel beantragen, mit deren Hilfe Maßnahmen an dem Bau möglich wären. Die Gemeinde sei zur Unterstützung bereit, könne das Problem aber nicht allein stemmen.

5000 Euro sollen im aktuellen Gemeindehaushalt, der noch vom Rat bestätigt werden muss, für den Bergfried bereitgestellt werden. "Um finanziell beweglich zu bleiben", wie Schmauch betonte. So könnten gemeinsam mit Ulf Frommhagen die Bedeutung des Bergfrieds und mögliche Maßnahmen für dessen Erhalt herausgearbeitet werden. Deren Realisierung sei aber eher eine "mittel- bis langfristige Sache".

Bei den Heimatfreunden sieht man die Gründung eines weiteren Fördervereins kritisch. "Das bringt es nicht", meinte Vorsitzende Doris Tepelmann. Möglich sei aber die Bildung einer Arbeitsgruppe Bergfried, die unter dem Dach des Heimatvereins agiert, in der jedoch ausdrücklich auch interessierte Nichtvereinsmitglieder mitwirken können.