Diesdorf. Die Grafen Hermann von Lüchow und Warpke haben am 10. Dezember 1161 ein Kloster der Augustiner neben dem Ort Diesdorf gegründet. Das ist jetzt 850 Jahre her. Das Jubiläum soll vom 2. bis 4. September dieses Jahres gefeiert werden.

Ein 850-jähriges Bestehen gibt es nicht alle Tage. Deshalb ist das Vorbereitungskomitee schon seit einiger Zeit dabei, die Veranstaltungen für die drei Tage im September vorzubereiten. "Fast zehn Leute sind mit engagiert", sagt der Diesdorfer Pastor Gotthold Hofmüller. Bei der ersten Zusammenkunft sei die Entscheidung für das Feierwochenende gefallen. "Eine Festwoche wäre nicht zu stemmen", urteilt er.

Am Freitag, 2. September, werde Dr. Michael Scholz vom Landeshauptarchiv Potsdam einen Festvortrag über die Bedeutung der Klöster in der Altmark halten. Der Diesdorfer Kirchenchor werde die Abendveranstaltung musikalisch umrahmen. "Wahrscheinlich werden wir in die Kirche gehen, um genügend Platz zu haben", blickt Gotthold Hofmüller voraus.

An dem Tag werde es in Diesdorf noch eine Veranstaltung geben, die mit dem Jubiläum eigentlich nichts zu tun hat, sich aber gut einfügt. "Der Verein für Kirchengeschichte der Kirchenprovinz Sachsen unter Leitung von Dr. Margit Scholz will in der Region seine Jahrestagung abhalten. Dann soll es am Freitag tagsüber Vorträge in unserer Klosterkirche geben", so der Pastor.

"Für den Sonnabend hoffen wir, etwas Marktcharakter rund um die Kirche bieten zu können", blickt er voraus. Den ganzen Tag über werde es Kirchenführungen geben. Der Turm könne bestiegen werden. Eine Künstlerin aus Gardelegen sei gegenwärtig dabei, eine Fotoserie über die Klosterkirche zu machen. Diese würde im Gotteshaus ausgestellt. Am Sonnabendnachmittag werde eine Augustinerklosterfrau aus Essen zu Gast sein, um beim Kaffeetrinken über ihr Leben zu erzählen. Danach gehe es musikalisch weiter. "Vielleicht mit einem Kinderchor", nennt Gotthold Hofmüller die vorläufige Planung. Am Abend solle es ein Posaunenkonzert geben.

Der Sonntag, 4. September, beginne mit einer Kurzandacht. Bei Orgelklängen können sich Besucher anschließend umschauen. Höhepunkt werde der Festgottesdienst, der um 14 Uhr beginnen soll. "Bischöfin Ilse Junkermann wird die Predigt halten. Sie hat bereits zugesagt", freut sich der Pastor. Ab 19 Uhr lade der Ökumenische Jugendchor Salzwedel unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Matthias Böhlert zu einem Konzert ein.

Erarbeitet werden soll bis zum September eine Festschrift. Eine solche habe es bereits vor 100 Jahren gegeben. "Was uns der damalige Pastor hinterlassen hat, ist eine gute Grundlage", so Hofmüller. Hartmut Bock habe ihm angeboten, über die ältere Klostergeschichte zu schreiben. An diesem Thema habe der Jübarer als junger Mann gearbeitet. Er selbst werde die Historie ab 1810 aufarbeiten, als das Kloster aufgelöst und das Gotteshaus zur Pfarrkirche wurde.

Die im Landeshauptarchiv Potsdam vorliegende Gründungsurkunde gebe übrigens Rätsel auf. Denn dort werde von der Einweihung der Kirche berichtet. Dies könne nach Ansicht von Baufachleuten jedoch nicht sein, sagt der Pastor. Entweder habe es einen hölzernen Vorgängerbau gegeben. Oder es sei in jenem Jahr nur der Altarraum geweiht und später weitergebaut worden, als wieder Geld vorhanden war.

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