Jugendliche und Heranwachsende in der Einheitsgemeinde Klötze darauf angesprochen, was sie sich für Freizeitangebote wünschen, nennen immer wieder den Wunsch nach einem Kino und einer Disko. Als einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung sehen sie den Skaterpark.

Klötze l Rodney Fokken ist gebürtiger Lockstedter. Der junge Mann ist mit seinen Kumpels allabendlich mit dem Auto unterwegs, meist um zuerst im Klötzer Awo-Jugendtreff Corner einzukehren - schauen, "was abgeht, zum Chillen und Quatschen". Zwei seiner Kumpels sind David Klipp und Joschka Otto. Das Trio kennt die Szene und das alltägliche Freizeitverhalten der Jugendlichen in Klötze und den Dörfern, heißt es vom Leiter des Jugendtreffs, Thomas Pohl, wo sich die Volksstimme mit ihnen unterhielt. Und der 27-jährige Pädagoge empfindet ähnlich wie das Trio. Das kritisiert, dass es empfindlich an altersgerechten Veranstaltungen und Treffpunkten mangelt. Pohl: "Es ist schon irgendwie komisch, dass es in dieser Stadt kein Kino gibt. In meinem Heimatort Mieste, der ja viel kleiner ist als Klötze, gibt es solch einen Kinosaal. Und dort treffe ich dann auch die Klötzer Jugend, die über Fahrmöglichkeiten verfügt." Zum Corner-Jugendclub zieht es täglich durchschnittlich 15 Kinder und Jugendliche. Die Angebote reichen dort von Tischtennis, Billard, Dart, Musikzimmer bis zu Gruppenangeboten. "Es geht bei uns schon ab und an laut zu, aber nicht mit so viel Lärm, dass unsere Nachbarn wie einst Alarm schlagen", nimmt Pohl solchen Jugendlichen den Wind aus den Segeln, die sich dort nach einer regelmäßigen Disko-Veranstaltung sehnen.

Rodney Fokken spricht deutlichere Worte: "In Lockstedt ist, wie in anderen Dörfern der Einheitsgemeinde, der Hund erfroren. Für Jugendliche, die ohne Kumpels mit Autos auskommen müssen, bleiben doch nur die Bolzplätze und Freibäder." Er räumt ein, dass es durchaus andere Angebote gibt, doch da wären die Jugendlichen Zwängen unterworfen, was eben "uncool ist und wenig Bock macht".

"In Klötze wird für Ältere weitaus mehr Geld investiert als für uns Jugendliche."

Dass es nun den neuen Skaterpark gibt, das findet auch Joschka Otto "total in Ordnung", wie er sagt. Ihn stören allerdings die ganz jungen Skater, die ihn bei seinen Versuchen behindern, das rollende Board in möglichst vielen Varianten über die Parcours zu balancieren. "Da ist dann kaum ein Durchkommen", so seine leise Kritik. David Klipp und andere sind allein mit dem Skaterpark-Angebot noch nicht zufrieden: "Uns wurde ebenso ein Dirtbike-Park versprochen. Der ist nicht entstanden, wohl weil es am Geld fehlte. Dann soll man uns aber nicht so eine coole Anlage zusagen." (Anmerkung der Redaktion: Bürgermeister Matthias Mann hat seinerzeit das Vorhaben Dirtbike-Park verschoben, nicht aufgekündigt.)

Auch der 20-jährige Michael Albrecht aus Hohenhenningen nutzt den Jugendclub Corner als regelmäßigen Treffpunkt. Er ist froh über diese Möglichkeit als Treff, weil es "in unserem Dorf nur den Sportplatz zum Kicken gibt". Für die Jugendlichen, die im Corner mit der Volksstimme sprachen, fehlen zum Skaterpark grundlegend ein Dirtbike-Parcours, eine Disko und eben ein Kino. "Ich meine, in Klötze und in den Dörfern wird für die älteren Menschen weitaus mehr Geld investiert, als für uns Jugendliche", ist Rodney Fokken überzeugt.

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