Steimke l "Wir verzeichnen seit drei bis vier Jahren einen massiven Rückgang an Wild, ohne dafür eine Erklärung zu finden", gab Gerhard Fiebig, Pächtersprecher der Steimker Jäger zu bedenken. Daneben bereitet den Weidmännern zunehmend der Wolf Sorgen, der, wie Fiebig sagte, im Heidau bereits gesichtet wurde.

Bevor der Sprecher auf das Weidwerk des vergangenen Jagdjahres einging, nannte Jürgen Bratke, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft, in der Gaststätte Schwerpunkte der Tätigkeit der Grundeigentümer. "Für uns war es ein recht ruhiges Jahr, Wildschäden mussten wir nicht bearbeiten", erklärte er.

Die Jagdgenossenschaft ist übrigens eine wichtige Stütze im Dorf. Aus dem Topf der Jagdpacht flossen Gelder zur Feuerwehr, zum Spielmannszug, zum Kindergarten, zu den Senioren und zum Frauenchor. Außerdem unterstützten die Grundeigentümer die Frauentagsfeier und das selbst organisierte Schafskopfturnier. Die Mitglieder der Jagdgenossenschaft stimmten dafür, einen Teil der Jagdpacht mit gleichen Anteilen wie im Vorjahr im Dorf einzusetzen.

Über die Strecke der drei Pächter und vier Jäger mit Begehungsschein sprach anschließend Gerhard Fiebig. Besonderes Jagdglück hatte Bernd Wittig mit zwei gestreckten Rothirschen. Die Trophäe des Alttieres wurde mit einer Bronzemedaille bewertet. Chris Jürgens erlegte einen Rothirsch. Weiter kamen zur Strecke ein Schmaltier und ein Kalb.

Planziel bei Rehen nicht erreicht

"Beim Rehwild standen 43 Tiere im Plan. Lediglich 26 Tiere kamen zur Strecke. Selbst mit den acht Rehen, die Kraftfahrer auf den Straßen Kunrau, Böckwitz und Brome erwischten, kommen wir an unseren Plan nicht heran", bedauerte Gerhard Fiebig. Rehwild sei vorhanden, erklärte er. Aber bei den unbewirtschafteten Wiesen im Drömling sei es äußerst schwierig, im hohen Gras das Wild zu sehen und einen sicheren Schuss zu setzen, begründete er. Im derzeitigen Jagdjahr ist das Ziel wieder mit 43 Rehen angesetzt.

Enttäuschend ist auch das Ergebnis beim Schwarzwild. Lediglich elf Sauen sind auf die Schwarte gelegt worden. "Vor drei bis vier Jahren brachten wir noch 30 bis 40 Schwarzkittel zur Strecke. Woran der Rückgang des Wildes liegt, kann ich nicht sagen, zumal wir in den vergangenen zwei Jahren sehr sorgsam mit Zukunftstieren umgegangen sind", erklärte Gerhard Fiebig.

Wolf sollte nicht geschossen werden

Beim Raubwild wurde die Strecke mit elf Füchsen, sieben Waschbären, fünf Marderhunden und einem Dachs vervollständigt. Zum Schluss kam Gerhard Fiebig nochmals auf den Wolf zu sprechen. "Im Heidau wurde ein gerissenes Reh gefunden. Noch ist nicht klar, ob es Isegrim war, doch der Wolfsbeauftragte Eckhard Wegwarth hat sich das gerissene Tier angesehen, Fotos gemacht und Kotproben genommen. Das Ergebnis steht noch aus", so Fiebig. "Der Wolf sollte zwar nicht geschossen, aber in das Jagdrecht aufgenommen werden", empfahl er. "Ohne entsprechende Vorsichtsmaßnahmen könnte er in einigen Jahren zu einem ähnlichen Fall werden, wie Waschbären oder Marderhunde heute."

Letztlich sprach Fiebig ein Problem in den Revieren um Steimke an. "Zunehmend werden jagdliche Einrichtungen zerstört. Was man an Fahrzeugen im Wald und an Feldwegen sieht, hat in den seltensten Fällen die Buchstaben SAW auf dem Kennzeichen. Hier sollte jeder etwas mehr Aufmerksamkeit walten lassen."

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