Einige Einwohner der Einheitsgemeinde Klötze haben offenbar ein Pro-blem mit dem Müll. Sie entsorgen ihren häuslichen Abfall nicht nur illegal an Parkplätzen und in der Natur, sondern auch im Abfluss ihrer Toilette. Jetzt zieht der Wasserverband die Notbremse und appelliert an die Bürger.

Klötze l Unnötige Kosten bereiten derzeit dem Klötzer Wasserverband Sorgen. Birgit Tüngler, Geschäftsführerin des Verbandes, und dessen Technischer Leiter Detlef Bock mussten in den vergangenen Monaten feststellen, dass immer mehr Müll einfach im Abwasser entsorgt wird. "Das geht so nicht weiter", sagen sie, weil damit auch die Schäden an Pumpen und anderen Anlagen zunehmen.

"Wir haben dadurch immer wieder Probleme mit den Pumpwerken", berichtet Birgit Tüngler. Grund dafür ist der achtlos in Toiletten geworfene Restmüll. "Wattestäbchen, Hygieneartikel, Kosmetiktücher", zählt die Verbandschefin auf. Sogar Windeln, Verbandsmaterial und Feinstrumpfhosen würden, wenn sie ausgedient haben, im Abfluss verschwinden. "Wenn sich so eine Strumpfhose oder Verbandsmaterial um rotierende Teile wickelt, ist es vorbei. Dann dreht sich nichts mehr", erklärt sie.

Stäbchen und Kleidung sind die Anlagenkiller

Viel Schaden richten auch Wattestäbchen an. Sie passieren problemlos die vorgeschalteten Filteranlagen. Weil die Stäbchen aus Plastik sind und nicht verrotten, verstopfen sie Pumpen und Leitungen. Auch Kleidungsstücke wie Slips sind solche Anlagenkiller.

Die Folgen solcher gedankenlosen Müllentsorgung: "Pumpen bleiben stehen, es kommt zu Verstopfungen und das Wasser staut sich an", erklärt Birgit Tüngler. "Oft muss die beschädigte Pumpe komplett ausgetauscht werden." Das alles binde unnütz Arbeitskraft und verursache zusätzliche Kosten. Das Geld könne an anderer Stelle besser eingesetzt werden, sagt sie.

Die Mitarbeiter des Wasserverbandes merken nach eigenen Angaben genau, wenn es in einer Straße plötzlich einen Pflegefall gibt. "Dann taucht im Abwasser vermehrt Verbandsmaterial und ähnliches auf", begründet Birgit Tüngler. Häufige Havarien registriert sie auch in der Nähe von Pflegeeinrichtungen, wo es viele Mietwohnungen gibt und mehr ältere Menschen wohnen würden. Birgit Tüngler: "Wir können niemanden direkt beschuldigen, sondern nur an die Vernunft appellieren."