Im April 2008 sind zwei einsturzgefährdete Fachwerkhäuser an der Langen Straße/Ecke Achterstraße abgerissen worden. Übrig blieb ein Schutthaufen. Wenige Wochen später sagte Gudrun Mitschke, damalige Leiterin der Verwaltungsgemeinschaft Oebisfelde-Calvörde, dass der Schutt noch vor dem Altstadtfest verschwinden wird.

Oebisfelde. Gudrun Mitschke ist schon lange nicht mehr im Amt, auch das Altstadtfest wird es nach der Auflösung der Oebisfelder Werbegemeinschaft im Dezember 2010, die Mitglieder waren die Organisatoren des Festes, in dieser Form nicht mehr geben. Überlebt hat jedoch der Schutthaufen. Er begrüßt nach wie vor, inzwischen seit fast drei Jahren, Gäste und Durchreisende, die aus Richtung Büstedt in die Allerstadt hineinfahren. Kein schöner Empfang.

Daran ändern auch einige Bauzaunfelder nichts. Hinter denen ist der während der wärmeren Monate von Unkraut überwucherte Haufen seit geraumer Zeit teilweise versteckt. Und das wohl noch für einen längeren Zeitraum. Grund sind die in diesem Fall offenbar langsam mahlenden Mühlen des Gesetzes. "Wir bemühen uns um den Ankauf der Grundstücke. Leider konnten wir aber noch nicht aktiv werden", informierte Oebisfeldes Bauamtsleiter Uwe Dietz. Die Grundstücke sollen, so Dietz weiter, unter Federführung des Amtsgerichts Haldensleben möglichst versteigert werden. Doch bisher gibt es keine positiven Signale aus der Bördekreisstadt.

Klar ist somit, dass die Verständigung mit dem Besitzer der Grundstücke zu nichts führte. Seitens der Kommune habe es unzählige Kontakte zu dem Eigentümer gegeben. Doch die geforderte Beräumung der Fläche, bis auf einige abgefahrene Holzbalken ist nichts geschehen, ist nicht erfolgt und wird wohl auch nicht mehr erfolgen.

Dafür blüht hin und wieder der Sarkasmus. Zum Beispiel schlug Klaus Göring, der an der Langen Straße/Ecke Achterstraße wohnt, vor, den Schutthaufen in Oebisfeldes Rodelberg Nummer zwei umzufunktionieren. "Ein Rodelberg würde der Altstadt gut zu Gesicht stehen", meinte der Oebisfelder augenzwinkernd und fügte hinzu: "Seit fast drei Jahren sehe ich, wenn ich aus dem Fenster schaue oder aus dem Haus gehe, das Elend. Langsam reicht es."