Wer in diesen Tagen die Volksbank Wittingen-Klötze in Klötze betritt, der taucht unweigerlich in eine Welt des Theaters ein. Die Laienschauspieler aus der Stadt eröffneten dort am Donnerstag eine Ausstellung, die einen Querschnitt durch sieben Jahre ihrer Vereinsgeschichte präsentiert.

Klötze l Da werden Erinnerungen an vergangene Premieren wach: Kostüme der Westernschwestern für die Vorstellung 2013, eine "Dockingstation" für Pferde und andere Requisiten, hunderte Fotos von Proben und Vorstellungen, Plakate, Zeitungsbeiträge, Videos, zerlesene Manuskripte und anderes gewähren einen Einblick in das Engagement der Klötzer Theatergruppe seit ihrer Gründung.

Großes Interesse von Fans, Freunden und Kunden

Auch Fan-Artikel wie Basecaps und Rucksäcke, die über den Verein gekauft werden können, sind zu sehen. Das Ausgestellte zeugt von anstrengenden Proben, dem Erfolg der Vorstellungen und der Arbeit hinter den Kulissen.

Dass die Theatergruppe aus dem Leben der Stadt nicht mehr wegzudenken ist, zeigte das große Interesse der vielen Gäste. Vertreter aus Vereinen, Institutionen, der Stadt, Freunde, Fans des Klötzer Theaters und Kunden der Bank waren gekommen, um die Eröffnung der lange vorbereiteten Ausstellung mitzuerleben.

Die Idee dazu hatte Matthias Schmidt, Marktbereichsleiter der Volksbank Wittingen-Klötze. "Im April fragte ich Kay Knittel, den Chef der Theatergruppe, ob wir eine Ausstellung machen wollen, und er war sofort begeistert", berichtete Schmidt. "Sonst gehen die Kostüme nach den drei Vorstellungen in den Fundus zurück und sind verschwunden."

Kay Knittel freute sich gestern über die gelungene Ausstellung und die große Resonanz. "Die meisten Kostümteile und Requisiten sind uns von Zuschauern geschenkt worden", informierte er. "Einige Teile haben wir vom Theater der Altmark bekommen, andere haben wir selber genäht oder in China nähen lassen."

Auch eine Freitreppe ist zu sehen. Sie würde der Ausstellung eine gewisse Höhe verleihen, sagte Kay Knittel. "Leider hat es für eine Kulisse nicht gereicht", erzählte der Theater-Chef. "Dafür ist die Decke in der Bank 50 Zentimeter zu niedrig."

16 Meter Bretter im Saal bekannter gemacht

In seiner Begrüßung erinnerte Matthias Schmidt an die sprichwörtlichen Bretter, die bekanntlich die Welt bedeuten. "Die 16 Meter Bretter im Altmarksaal habt ihr bekannter gemacht", sagte er in Richtung Theatergruppe. "Das dritte Wochenende im Oktober ist inzwischen als das Theater-Wochenende in Klötze bekannt." Er gestand, selbst Fan der Vorstellungen zu sein und lobte die "spritzigen Dialoge, einzigartigen Bühnenbilder und das Lokalkolorit", in den Stücken.

Im Internet läuft auf der Homepage der Theatergruppe bereits der Countdown bis zur nächsten Premiere. "113 Tage, 8 Stunden und 50 Minuten", hatte Matthias Schmidt gestern nachgesehen. "Leinen los und volle Kraft daneben", heißt die diesjährige Komödie, die am 17. Oktober Premiere haben wird. Dafür und für die Vorstellungen am 18. und 19. Oktober werden die Eintrittskarten ab dem 4. August verkauft.

Zum Inhalt verriet Kay Knittel: "Es dreht sich alles um eine Theatergruppe, die eine Schiffskomödie inszeniert. Es wird schöne Kostüme und ein tolles Bühnenbild geben, Stichwort Titanic", sagte er. Lange hätten sie nach dem Stück suchen müssen, 15 bereits gelesene Manuskripte erwiesen sich als ungeeignet. "Wir hatten es schon fast aufgegeben, als wir ,Leinen los` fanden", verdeutlichte Knittel die langwierige Suche.

"Zum Glück", werden jetzt alle Freunde der Klötzer Theatergruppe sagen. Denn sie wollen auch in diesem Jahr nicht auf die gewohnte Premiere verzichten.

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