Eine einmalige Ursprünglichkeit ist in einem Quellmoor nahe Mellin zu entdecken. Sich in diesem besonderen Biotop aufzuhalten, ist ein Erlebnis. Dort befindet sich auch ein großes Vorkommen von Feuersalamandern.

Mellin l Ursprüngliche naturnahe Lebensräume sind selten geworden. Dem Druck der menschlichen Gesellschaft mussten sie weichen. Aber es gibt sie noch. Auch in unserer Heimatlandschaft. Sich in diesen intakten Biotopen aufzuhalten, ist ein besonderes Erlebnis. Ein derartiger Lebensraum ist beispielsweise das Quellmoor in der Nähe von Mellin.

Dort entspringt der Tangelnsche Bach und durchfließt ein urwüchsiges Moorgebiet. Das lässt sich am sogenannten Taufkessel besonders gut beobachten, da man von oben in das Quellgebiet blicken kann. Dieses Moor ist unwegsam, lässt sich nicht kultivieren und zeigt sich in seiner einmaligen Ursprünglichkeit.

Das Ufer ist von Farnen und Moorpflanzen umsäumt

Hochstämmige Rotbuchen und stattliche Schwarzerlen sorgen für eine Beschattung und damit für ein ausgeglichenes Kleinklima. Der Quellbach bahnt sich mäandrisch seinen Weg durch das kleine Tal. Das Ufer ist von Farnen und Moorpflanzen umsäumt. Überall ist eine üppige Vegetation beobachtbar. Große moosbedeckte Steine werden vom Quellwasser umspült, das aus vielen kleinen Quellen aus der Hanglage entspringt.

Das alles trägt zum Mittelgebirgscharakter des Gebietes bei. Erinnerungen an einen Harzbesuch werden wach, und dieser Eindruck wird noch bestärkt, wenn man sich mit der Tier- und Pflanzenwelt beschäftigt. Denn hier befindet sich ein großes Feuersalamander-Vorkommen. Dieser attraktive Schwanzlurch mit seiner charakteristischen Warnfarbe ist eigentlich ein Charaktertier der Mittelgebirge. Er ist Bewohner feuchter und schattiger Wälder des Hügel-und Berglandes, wo

er sich tagsüber in Erdhöhlen und unter Baumwurzeln aufhält. In der Nacht geht er auf Nahrungssuche. Die Paarung findet im Gegensatz zu den anderen Schwanzlurch-Arten auf dem Lande statt. Erst im Frühling des darauffolgenden Jahres werden die kiementragenden Junglarven in das Wasser abgesetzt. Der Feuersalamander hat keine Feinde und weiß sich mit einem giftigen Hautsekret zu wehren.

Übrigens gehören die Vorkommen in der Altmark (Klötze, Diesdorf, Zichtau, Käcklitz) zu den nördlichsten Fundstätten in Deutschland. In DDR-Literatur war zu lesen, dass Feuersalamander in den drei Nordbezirken und in den brandenburgischen Bezirken nicht nachweisbar sind.

Milzkraut besiedelt Quelle in großen Beständen

Auch die Pflanzenwelt des Quellmoores zeigt Beziehungen zum Mittelgebirge. Da lässt sich eine Pflanze entdecken, die hautsächlich in den Mittelgebirgen beheimatet ist. Es handelt sich um das Gegenblättrige Milzkraut, eine kleinblättrige gelbgrüne Pflanze, die in größeren Beständen das flache Quellwasser besiedelt. Im Harz kann man sie am Rande feuchter Waldwege häufig antreffen, im Flachland ist sie bei uns sehr selten. Ihren Namen verdankt sie den gegenständigen milzähnlichen Laubblättern.