Nur noch 19 Kameraden hat die Rohrberger Feuerwehr im aktiven Dienst. Doch die hatten 2010 alle Hände voll zu tun und mussten zu 31 Einsätzen ausrücken. Vor allem die unheimliche Serie von Brandstiftungen im Ort hielt die Wehr in Atem.

Rohrberg. Auch wenn die Einsatzabteilung der Rohrberger Wehr im vergangenen Jahr auf 19 Mitglieder geschrumpft ist, über Mangel an Arbeit konnten sich die Kameraden keineswegs beklagen. Im Gegenteil: 31 Einsätze stellen einen neuen Rekord dar. "Insgesamt wurden dabei 305 Kameraden eingesetzt, das sind im Schnitt 9,9 je Einsatz", berichtete Wehrleiter Mathias Gose während der Jahreshauptversammlung am Sonnabend. Dass dieser Schnitt seit 1999 in etwa konstant gehalten werden konnte, mache ihn glücklich. "Es ist bewundernswert, dass wir das stemmen können", meinte Gose.

Die eingesetzten Kameraden waren insgesamt 4529 Minuten in Aktion. "Das sind umgerechnet drei volle Tage", betonte der Wehrleiter, der vor allem die Serie von Feuern im Ort, bei denen von Brandstiftung als Ursache ausgegangen wird, für den Anstieg der Einsatzzahlen verantwortlich macht. Nachdem bereits im Herbst 2009 an mehreren Stellen Feuer gelegt wurde, traf es im vergangenen Winter mehrfach die alte Brennerei in Rohrberg. Am 2. Januar mussten die Kameraden erstmals ausrücken, am 23. Januar gleich zweimal und am 31. März erneut, um Brände in dem Gebäude zu löschen. Zudem beseitigten sie am 27. März einen Sturmschaden auf dem Dach der Brennerei.

Am 20. März stand eine Scheune am Steinberg in Flammen, zwei Monate später brannten Strohballen am Melkstand im Großen Holz. "Und am 8. Juni war dann der ehemalige Schweinestall in der Feldstraße an der Reihe", berichtete Mathias Gose. In allen Fällen wird Brandstiftung vermutet.

Der längste Einsatz des Jahres führte die Rohrberger Kameraden am 22. Juli nach Bombeck, wo ein riesiges Waldgebiet in Flammen stand. 482 Minuten standen am Ende zu Buche. Demgegenüber nimmt sich der kürzeste Einsatz am 26. März, als innerhalb von 16 Minuten ein Baugerüst in der Schulstraße vor dem Sturm gesichert wurde, nahezu lächerlich aus.

Sehr zufrieden zeigte sich der Wehrchef mit der am 19. November überraschend angesetzten Einsatzübung am Rohrberger Schützenhaus, bei der auch die Rettung einer vermissten Person geprobt wurde. "Es hat alles gut geklappt", freute sich Gose.

Acht Kameraden absolvierten im vergangenen Jahr Lehrgänge, darunter drei zum Maschinisten sowie je einmal zum Truppführer, Sprechfunker, Gerätewart, Atemschutzgeräteträger und zum Einsatzrecht. Aber auch als Ausbildungsstützpunkt für die Wehren der gesamten Verbandsgemeinde stand das Rohrberger Feuerwehrhaus wieder zur Verfügung. Im März wurden 24 Kameraden zum Truppmann qualifiziert, im Oktober schloss sich der Truppführerkurs mit 18 Teilnehmern an. "Seit 2002 haben wir hier 342 Kameraden in 15 Lehrgängen ausgebildet, das ist einmalig in dieser Konstellation", zeigte sich Mathias Gose stolz und bedankte sich zugleich bei den Ausbildern, die sich aus den verschiedenen Wehren der VG für diese Aufgabe zur Verfügung stellen.