Eine neue Erntekönigin ist am Sonntag beim Dreschtag im Böckwitzer Museum gekrönt worden. Dominique Stahl bekam die Insignien von ihrer Vorgängerin Sandra Flegel. Indes kündigte Vereinschefin Ingrid Schumann an, dass es vorerst keinen weiteren Dreschtag mehr geben wird.

Böckwitz l Dominique Stahl ist die neue Erntekönigin des Böckwitzer Museumsvereins. Am Sonntag wurde sie beim traditionellen Dreschtag auf dem Museumshof gekrönt. Sandra Flegel aus Zicherie, Erntekönigin des vergangenen Jahres, überreichte ihr Krone und Schärpe.

Gegen 11 Uhr begann das erste Schaudreschen. Allerdings hatten die Akteure ihre Sorgen mit der Technik. Die Dreschmaschine aus dem Jahr 1939 warf kein Stroh aus. "Am Antrieb mussten wir etwas verändern", sagte Hans Neumann. Willi Schütte (beide vom Böckwitzer Museumsverein) bastelte in der Zwischenzeit an einem Sieb. Danach lief die Technik problemlos.

Jens Winter gab die Garben vom Leiterwagen zu Sven Riehl und Jörg Schröder (alle vom Heimat- und Museumsverein Brome). Sie steckten die Garben in die Dreschmaschine. Der Steimker Robert Meyer von der Jungen Gesellschaft stapelte das ausgedroschene Stroh dann auf einem Leiterwagen.

Vereinsmitglieder schaffen Organisation nicht mehr

Vereinsvorsitzende Ingrid Schumann verwies darauf, dass es wohl unwiederbringlich der letzte Dreschtag im Museum Böckwitz sei. "Wir müssen uns von den Dreschtagen verabschieden", bedauerte sie. Der Aufwand bei den Vorbereitungen sei zu groß, und es gebe in Böckwitz keine jungen Leute, die dabei und am Dreschtag selbst mit zupacken. "Außerdem wird die alte Technik immer anfälliger, wie wir heute gesehen haben. Zum Glück konnte doch noch gedroschen werden", sagte sie.

Nach dem ersten Dreschdurchgang fand dann die Krönung der Erntekönigin 2014 statt. Dominique Stahl bekam die Krone aufgesetzt und die Schärpe umgehängt. "Sie ist wohl die letzte Erntekönigin bei uns", sagte Ingrid Schumann. "Im nächsten Jahr werden wir eine Blütenkönigin zum Tag des Gartens krönen und im Herbst voraussichtlich einen Bauernmarkt präsentieren", blickte sie voraus.

Anschließend versammelten sich die Besucher unter der Remise der Museumsscheune, um bei Kaffee und Kuchen das Kulturprogramm zu genießen.

Kulturgruppen ernteten viel Applaus

Helge Körtge und seine Frau Ingrid aus Köckte sangen Volks- und Scherzlieder. Der Jahrstedter Männerchor ergänzte das Programm, das von der Volkstanzgruppe Brome aufgelockert wurde. In der Zwischenzeit konnten die Besucher an Ständen Geschenke kaufen. Vom Museumsverein wurde nicht nur Kuchen, der zuvor im Backhaus gebacken wurde, angeboten, sondern auch frisches Pflaumenmus. "13 Eimer Pflaumen haben wir am Mittwoch stundenlang zu Mus gekocht", erzählte Ingrid Schumann.

Wenn es auch im kommenden Jahr kein Schaudreschen geben sollte, wollen die Besucher wiederkommen, um vielleicht über den Bauernmarkt zu schlendern und sich am Kulturprogramm zu erfreuen, war am Sonntag vielfach zu hören.

   

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