Sie engagiert sich seit der Jahrtausendwende für die Kinder in Schwiesau. Zusammen mit den anderen Jenner-Mamas führt sie Märchen auf, organisiert Fahrten und sammelt Geld für die Kinder. Elke Beneke bekommt dafür den Blumenstrauß des Monats im September.

Schwiesau l "Ich soll den Blumenstrauß des Monats bekommen? Der ist für alle Jenner-Mamas", bestimmt Elke Beneke gleich am Telefon, als sie von der guten Nachricht erfuhr. Und so saßen bei der Ehrung im Klubraum der Benekes auch gleich fünf der zehn Jenner-Mamas.

Der Name "Jenner" setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen von Frauen zusammen, die sich 2001 trafen, um etwas für die Kinder der Kita auf die Beine zu stellen. Anfangs nannten sie sich Märchen-Muttis, später Jenner-Mamas. Auch wenn die Frauen im Alter zwischen 20 und 45 Jahren immer wieder wechseln, der Name der Gruppe blieb.

Das Engagement für die Kinder hat in Schwiesau Tradition. Schon vor vielen Jahren ist in dem Ort in der Weihnachtszeit alljährlich ein Märchen aufgeführt worden. Das schlief irgendwann ein. "Als es auch 2000 kein Märchen gab", erzählt Elke Beneke die Entstehungsgeschichte der Jenner-Mamas, "sprach mich eine Frau an und meinte, früher sei es immer so schön gewesen mit dem Märchen." Da sagte sich Elke Beneke: "Das müssten wir doch auch hinkriegen."

"Schneewittchen" gab es draußen im Schnee

Gesagt, getan. "Frau Holle" war das erste Weihnachtsmärchen der Mamas, damals noch im Saal der Gaststätte aufgeführt. Als die Kneipe schließen musste, führten die Frauen "Schneewittchen" auf - draußen im Schnee. 2003 folgte mit den "Bremer Stadtmusikanten" ein Gastspiel in der Kirche.

Jede Vorstellung war verbunden mit einer Spendensammlung für die Kita im Ort. Etwas Bleibendes sollte aus den Theaterspielen hervorgehen. Mit dem Geld wurden zum Beispiel Spielgeräte gekauft. Doch die Kinder der Jenner-Mamas waren bald dem Kita-Alter entwachsen. Aufhören kam für sie dennoch nicht in Frage. "Wir wollten für alle Kinder des Ortes etwas anbieten", berichtet Elke Beneke. "Nicht nur Materielles, das Erlebnis sollte mehr im Vordergrund stehen."

Genau auf diese Prämisse passte der Mitmachzirkus, den Elke Beneke und die Jenner-Mamas in den Ort holten. "Die Vorstellung war super gut besucht", erinnert sie sich. Ein Besuch beim Theater der Altmark ermöglichte es den Kindern, einmal hinter die Kulissen des Ensembles zu schauen - organisiert von Elke Beneke und den Jenner-Mamas. "Inzwischen kommen sogar Kinder aus Klötze zu unseren Veranstaltungen", freut sie sich.

Die Frauen sind ein eingeschweißtes Team. Jeweils im Oktober beginnen sie mit dem Aussuchen eines Märchens. "Immer von den Gebrüdern Grimm", betont Elke Beneke. Entweder wird abgestimmt oder das Los muss entscheiden. Danach werden die Dialoge erarbeitet und Bezüge zum Dorfgeschehen gesucht. Das ist ein Muss. "Das Gespinne kommt beim Proben", verrät die engagierte Mutter von zwei Kindern. Kostüme müssen genäht und Bühnenbilder gebaut werden. Da helfen auch schon mal die Männer der Jenner-Mamas mit. Denn die Frauen haben alle einen Job, Familie und Kinder. Die glücklichen Augen der Kleinen und der Applaus sind ihr Lohn für monatelange Mühen. Mit ihren Märchen gingen sie sogar schon "auf Tournee": ins benachbarte Breitenfeld.

Seit 2013 laden Elke Beneke und die Jenner-Mamas zudem das ganze Dorf an den Stausee ein. Mit dem beim Weihnachtsmärchen gesammelten Geld wird Kuchen gekauft und anderes Essen, für die Kinder gibt es Spiele an mehreren Stationen. Im ersten Jahr führten die Mamas mit den Kindern Experimente durch, im zweiten Jahr drehte sich alles um das Thema Wasser. Federführend ist dabei Elke Beneke. Ihre Erfahrungen als Kita-Erzieherin kommen ihr dabei gerade recht. "Wir freuen uns, dass auch Leute ohne eigene Kinder dorthin kommen und sich alles mal anschauen möchten", sagt Elke Beneke.

Tiere aus Baumstämmen sind das jüngste Projekt

Ihr jüngstes Projekt: "Wir wollen den Spielplatz im Dorf verschönern", informiert Elke Beneke. Die Frauen besorgten zwei Baumstämme und fanden jemanden, der demnächst daraus Spielgeräte sägt. Finanziert wird das Ganze von den Jenner-Mamas. Zu der Gruppe gehören neben Elke Beneke auch Jana Preetz, Ines Duhm, Nadine Duhm, Nicole Spalik, Eva Baacke, Verena Kramer, Mandy Linde, Rica Loreck und Juliane Peters. Elke Beneke ist die dienstälteste Jenner-Mama. Sie ist für ihr Engagement im Ehrenamt bereits von der Stadt Klötze geehrt worden.

An das Aufhören denkt Elke Beneke noch lange nicht. "Open End", sagt sie. "Solange meine Nerven das aushalten und ich allein auf die Bühne komme, mache ich bei den Jenner-Mamas mit." Ansporn sei für sie, wenn der Saal voll ist und die Leute sagen: Es war schön. "Auch wenn bei unseren Treffen mal `ne Bombe platzt, danach geht es weiter und alles ist gut", sagt Elke Beneke. Für die anderen Frauen war es keine Frage, Elke bekommt die Blumen. Dass die Jenner-Mamas eine eingeschweißte Truppe sind, zeigt auch eine Episode am Ende des Gesprächs: Elke Beneke schlägt vor, jede Jenner-Mama soll den Blumenstrauß einen Tag lang behalten. Wenn er verblüht ist, bekommen die anderen wenigstens ein Foto der Blumen.