Nieps l Eigentlich sollte der Ersatzneubau der maroden Hartau-Brücke in Nieps seit Ende Juli längst im Gange und Anfang November abgeschlossen sein. Doch der Baustart hat sich verzögert und so wird erst am kommenden Montag die Baustelle eingerichtet. Spätestens ab Dienstag kommt dann auch niemand mehr mit dem Auto über das alte Bauwerk, das komplett weggerissen wird. Um aus den Ort raus und wieder rein zu kommen, müssen Einwohner und Besucher die Umleitungsstrecke über den Feldweg nach Ahlum nehmen, hieß es am Donnerstagabend während einer Bürgerversammlung in Nieps.

Allerdings ist die Umleitung derzeit kaum befahrbar. "Wir werden sie Anfang der Woche herrichten, die Bankette mähen und einige Platten anheben", versprach Bürgermeister Bernd Schulz den Niepsern. Die wiesen darauf hin, dass es auch Ausweichmöglichkeiten geben müsse, wenn Gegenverkehr kommt. "Und was ist mit dem Winterdienst? Der muss auf dem Weg ständig gewährleistet sein, da die Leute hier in Schichten arbeiten", erklärte einer der Anwohner. Zwar soll die neue Brücke - wenn nichts dazwischen kommt - Mitte Dezember befahrbar sein, doch da könnte längst ein Wintereinbruch geschehen sein. Ganz abgesehen davon, wenn die Maßnahme durch Verzögerungen doch noch zur Winterbaustelle wird. Mehr als das Bemühen, den Weg von Schnee und Eis freizuhalten, konnte den Niepsern angesichts der Vielzahl von Winterdienstaufgaben in der Gemeinde allerdings nicht zugesagt werden.

Unmittelbar neben der alten Brücke soll am Mittwoch auf der westlichen Seite eine Behelfsbrücke aus Holz errichtet werden, die während der Bauphase von Fußgängern und Fahrradfahrern passiert werden kann. Sobald diese steht, wird das alte Bauwerk abgerissen. "In der übernächsten Woche werden dann die Stahlspundwände für die neue Brücke in den Boden gerammt", erläuterte der Planer. Anschließend machen sich die Arbeiter der vom Land mit dem Bau beauftragten Oebisfelder Firma an die Kopfbalken und den Überbau der Brücke. Den Abschluss bilden die Fahrbahn und die Geländer.

Das Telekom-Kabel wird in die neue Brücke integriert. Zudem ist als Auflage der unteren Wasserbehörde die Errichtung einer Otterberme und einer Böschungstreppe vorgesehen.

Masten verschwinden, neue Straßenlampen kommen

Die neue Brücke wird eine Breite von 4,50 Metern haben und mit einem Asphaltbelag ausgestattet werden. Dahinter wird die Fahrbahn in Richtung Oberdorf allerdings wieder angepflastert. Der Absatz beim Übergang von einem Belag zum anderen, den die Niepser bei der Zusammenkunft an der Brücke sofort monierten, verschwindet.

Während der Bauphase wird die Müllentsorgung weiter gewährleistet. Wer südlich der Hartau wohnt, sollte seine Tonnen deutlich kennzeichnen und zur Sammelstelle am Spielplatz bringen. Von dort werden sie von den Mitarbeitern der Baufirma an die Anfahrtsstelle der Müllfahrzeuge und nach der Entleerung wieder zurückgebracht.

Alle Haushalte erhalten in den nächsten Tagen zudem noch Handzettel in die Postkästen. "Darauf befinden sich auch die Kontaktdaten von Baufirma und Planungsbüro, falls irgendwelche Fragen oder Probleme aufkommen", erläuterte der Planer.

Noch unklar ist, wann die Avacon mit der Entfernung der Freileitungen und der Erdverkabelung südlich der Brücke beginnt. Da sich an den Masten die Straßenbeleuchtung befindet, will die Gemeinde diese durch neue Laternen mit energiesparenden LED-Leuchten ersetzen. Und zwar auch im Unterdorf, wo die Masten nach derzeitigem Stand vorerst noch stehenbleiben. Von den Niepsern gab es dafür am Donnerstag grünes Licht. Sie sind mit Beiträgen von schätzungsweise 400 Euro pro Haushalt finanziell mit im Boot.