Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des erneuerten Badehauses könnte den benötigten Strom für das Stölpenbad selbst erzeugen. Die Gemeinde zeigt sich der Idee gegenüber aufgeschlossen. Doch ob die Kommunalaufsicht mitspielt, ist noch nicht sicher.

Beetzendorf l Die Idee, das Dach des künftigen Sanitärtraktes im Beetzendorfer Stölpenbad mit einer Photovoltaikanlage zu bestücken, nimmt konkrete Formen an. "Mittlerweile gibt es belastbare Zahlen, ob sich solch eine Anlage überhaupt rentiert", erklärte Bürgermeister Heinrich Schmauch während der Sitzung des Bauausschusses des Rates. Demnach sei dies bei einem Stromverbrauch von mehr als 50000 Kilowattstunden jährlich der Fall. Im Stölpenbad zeigte der Zähler allein 2013 einen Verbrauch von 56000 Kilowattstunden an. Und da war wegen der Sanierungsarbeiten der Saisonbetrieb noch verkürzt.

Die Anlage wird nach Angaben des Bürgermeisters etwa 60000 Euro kosten. Wenn im Frühjahr das Dach aufgesetzt wird, könnte sie anschließend aufgebaut werden und das Stölpenbad mit selbst produziertem Strom versorgen.

Doch einen Haken gibt es noch: Die Kommunalaufsicht des Altmarkkreises muss dem Vorhaben zustimmen. Denn nur bis zu 70 Prozent des erzeugten Stroms fließen in den Eigenverbrauch. Der Rest wird ins Netz eingespeist und spült dafür Geld in die Gemeindekasse. Das könnte eine unzulässige wirtschaftliche Betätigung sein. "Die Kommunalaufsicht muss entscheiden, ob wir das dürfen oder nicht. Aber bisher liegt uns noch keine Antwort vor", berichtete Heinrich Schmauch. Im Land werde diese Frage ohnehin kontrovers gesehen. Auch der Städte- und Gemeindebund habe das Problem aufgegriffen und lasse die Möglichkeiten der Kommunen rechtlich prüfen. "Schließlich stehen uns ja sonst keine Werkzeuge zur Verbesserung der Einnahmeseite zur Verfügung. Nehmen wir mehr Steuern ein, werden uns im Gegenzug die Zuweisungen gekürzt", erklärte Schmauch.

Ausgaben wären Teil des Haushalts 2015

Ohnehin ist die Errichtung der Photovoltaikanlage abgekoppelt von der eigentlichen Sanierung der Sanitäranlagen im Bad. "Das sind zwei paar Schuhe", betonte der Bürgermeister. Gebe es ein positives Signal der Kommunalaufsicht, könne man vielleicht schon im März mit der Ausschreibung beginnen. Die Kosten, die ausschließlich von der Gemeinde zu tragen sind, könnten dann Bestandteil des Haushalts 2015 werden. "Wir brauchen also nichts zu überstürzen", meinte Schmauch.