Zu den Wurzeln ihres Ensembles kehrten die Sänger des Music Projekts Altmark West (MPAW) am Sonntagnachmittag zurück. Vor mehr als 100 Zuhörern gaben sie in der Beetzendorfer Marienkirche einen vielumjubelten Gastauftritt.

Beetzendorf l Ein Notprogramm kündigte Sebastian Klopp, der musikalische Leiter des Music Projekts Altmark West, am Sonntagnachmittag den mehr als 100 Besuchern in der Beetzendorfer Kirche an. Schließlich fiel die neue Sopranistin des Ensembles, die Magdeburgerin Susanna Baldovski, kurzfristig wegen Erkrankung aus, so dass das verbleibende Quintett den Auftritt allein bestreiten und die Abfolge der Lieder etwas umstellen musste. Doch das meisterten Katharina und Franziska Meyer, Sebastian und Alexander Klopp sowie Oliver Wolf so souverän, dass ohne die Ankündigung niemand im Publikum Verdacht geschöpft hätte.

Bei den Gesangseinlagen der fünf Musiker war es in der Kirche mucksmäuschenstill. Die klaren Stimmen und die perfekte Intonierung der geistlichen Lieder im ersten Teil sorgten für Gänsehaut bei einigen Besuchern. "Das ist so schön, ich könnte heulen", zeigte sich eine Dame im Publikum ergriffen von den an gregorianische Gesänge erinnernden Darbietungen.

Vom Madrigal bis zum A-cappella-Popsong

Im zweiten Teil standen weltliche Lieder aus dem 16. Jahrhundert im Mittelpunkt. Dabei unternahmen die Sänger eine kleine Reise durch Europa und brachten sowohl spanische, als auch französische und italienische Titel zu Gehör, in denen es um Liebesschmerz und die Sehnsucht nach der Angebeteten ging. Orlando di Lassos "Bonjour, et puis, quelles nouvelles?" gehörte ebenso dazu wie das einzige deutsche Stück des Abends, das Madrigal "Tanzen und springen".

Volkslieder sollten eigentlich im Abschlussteil nach der Pause erklingen, doch da mussten die Sänger angesichts des Ausfalls der Sopranistin improvisieren. "Wir haben stattdessen einige Stücke herausgesucht, die uns sehr geprägt haben", erläuterte Sebastian Klopp. Dazu gehörten Spirituals, aber auch eigens kreierte A-cappella-Versionen bekannter Rock- und Popsongs wie Cindy Laupers "True colours" oder "Fix you" von Coldplay. Von der amerikanischen Erfolgsgruppe Pentatonics erklang "Run to you" in einer eigenen Bearbeitung und bei "Colourblind" von Counting Crows ließ sich Sebastian Klopp, der als Musiklehrer arbeitet, von seinen Schülern inspirieren, die das Stück bei einer Prüfung vortrugen.

Die Darbietungen der fünf Sänger bedachten die Zuhörer mit stehenden Ovationen, so dass sie um eine Zugabe nicht herum kamen. So hallte zum Abschluss dieses beeindruckenden Konzerts ein Titel von Billy Joel durch das herbstlich geschmückte Gotteshaus.

Neue CD am 13. Dezember in Gardelegen präsentiert

Mit dem Auftritt in Beetzendorf kehrte das Music Projekt Altmark West dorthin zurück, wo vor 22 Jahren alles begann. Damals fand sich die Gruppe am Gymnasium der Burggemeinde zusammen, probte in der Grafenloge der Kirche und feierte in Apenburg ihren ersten öffentlichen Auftritt. Und auch, wenn sich die Besetzung des Ensembles inzwischen mehrfach geändert hat, die Freude am A-cappella-Gesang, den MPAW meisterhaft beherrscht, ist geblieben.

Wer die Musiker das nächste Mal in der Region erleben möchte, sollte am 13. Dezember in die katholische Kirche nach Gardelegen kommen. Dort gibt das Ensemble ein Weihnachtskonzert und wird zudem die neue CD präsentieren.