Die Planung des Landes zum Ausbau der Cheinitzer Straße in Apenburg wird sich nach Einschätzung von Bürgermeister Harald Josten bis weit ins nächste Jahr hineinziehen. Mit dem Beginn der Bauarbeiten rechnet er nicht vor 2016.

Winterfeld/Apenburg l "Dass die Cheinitzer Straße ausgebaut wird, das glaube ich erst, wenn die Bagger wirklich rollen", meinte Anwohner Hilmar Reichelt am Dienstagabend im Vorfeld der Gemeinderatssitzung in Winterfeld. Und die Ausführungen, die Bürgermeister Harald Josten während der Zusammenkunft über den aktuellen Stand der Planungen seitens des Landesbaubetriebes machte, bestätigten den Apenburger denn auch in seiner Skepsis. "Bis Mitte 2015 wird wohl ein genauer Plan vorliegen. Dann wird der grundhafte Ausbau bis Ende des Jahres ausgeschrieben, so dass vielleicht 2016 gebaut wird", zog Josten ein vorsichtiges Resümee seiner Gespräche.

Das Land will die marode Cheinitzer Straße grundhaft ausbauen. Die Gemeinde plant im gleichen Zuge die Sanierung der Nebenanlagen sowie der desolaten Regenwasserkanalisation (Volksstimme berichtete). Zudem hat sich der Salzwedeler Wasserverband bereiterklärt, die Trinkwasserleitung zu erneuern. Ein großes Problem sind die vorhandenen Lindenbäume. Diese sollen zwar möglichst erhalten werden, weil sie das Orts- und Straßenbild prägen, würden aber bei den Bauarbeiten beziehungsweise in der Folgezeit nach Einschätzung der Gemeinde unweigerlich Schaden nehmen. "Der Landesbaubetrieb schiebt der Gemeinde den Schwarzen Peter zu, da wir ja die Nebenanlagen ausbauen wollen", erklärte Harald Josten.

Ein Problem ist die Tatsache, dass von Cheinitz kommend auf der linken Seite die Gasleitung unmittelbar neben den Bäumen in der Erde liegt. "Die Linden hätten deshalb dort eigentlich gar nicht stehen dürfen", meinte der Bürgermeister und erntete prompt die erstaunte Frage des Apenburgers Mark Wöllmann: "Wer war denn zuerst da, die Leitung oder die Bäume?" Fakt ist jedenfalls, dass bei einer Fällung der Linden aufgrund der Bauarbeiten wohl keinerlei Nachpflanzungen in diesem Bereich genehmigt werden würden.

Bürgermeister Harald Josten brachte deshalb eine Kompromissvariante ins Spiel. So könnte sich die Gemeinde auf die Sanierung der Nebenanlagen vom Ortseingang her gesehen rechterhand beschränken. "Hier muss sowieso alles aufgerissen werden", erklärte er. Die Linden auf der linken Seite könnten dann stehen bleiben und die Gemeinde verzichtet dort auf eine Gehwegsanierung. Wenn der Salzwedeler Wasserverband dort die neue Trinkwasserleitung im Gehwegbereich verlegt, würde er diesen wieder herrichten, wie er war.

Gasleitung unterm Gehweg könnte Problem werden

"Ganz ohne Linden würde die Straße total fremd aussehen. Das würde ich nicht schön finden", verteidigte der Bürgermeister seinen Vorschlag, der grundsätzlich auf Zustimmung bei den Räten stieß. Eine Entscheidung fiel aber noch nicht. "Damit haben wir noch Zeit und brauchen nichts überstürzen", wies Mark Wöllmann auf die noch nicht abgeschlossenen Planungen des Landes hin. Die Gasleitung im Gehweg, die eigentlich nicht angefasst werden soll, könnte nach seiner Ansicht aber noch zu einem Problem werden. "Sie liegt nicht tief, gleich unter den Borden, das könnte Schwierigkeiten machen", erklärte der Apenburger.