Auf ein sehr ereignisreiches Jahr 2014 blickt Silke Wolf als Bürgermeisterin der Stadt Oebisfelde-Weferlingen zurück. So hätten die Wahlen einige Bewegung in die Gremien der Einheitsgemeinde gebracht, die Haushaltslage jedoch hat vorrangig für Probleme gesorgt.

Oebisfelde-Weferlingen l "Ein ereignisreiches, extrem anstrengendes und unruhiges Jahr liegt hinter der Stadt", bilanziert Silke Wolf, Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen. Als erstes kommen ihr die Kommunalwahlen in den Sinn, die 2014 durchgeführt wurden.

"Viele Mandatsträger, die jahrelang an der neuen Gemeindebildung aktiv beteiligt waren, sind nun nicht mehr dabei. Viel Wissen ist damit verloren gegangen und es ist wieder ein kompletter Neuanfang und es bleibt spannend bis alle wieder auf dem gleichen Sachstand sind. Das zeigen deutlich die Diskussionen des vergangenen Monats", erklärt die Bürgermeisterin und hat dabei viele Stadtratsdebatten im Blick, die mit dem neuen Gremium erneut aufgegriffen wurden.

Viele neue Themen wurden laut Silke Wolf in der Stadt angegangen, so beispielsweise das Vermarktungs- und Tourismuskonzept, das zu erarbeiten ist. "Aber besonders arbeitsintensiv und schwierig gestalten sich die ständigen Änderungen in den Gesetzen des Landes", äußert die Bürgermeisterin.

Das Kinderfördergesetz verlange viel von den Trägern, die Kosten in diesem Bereich seien extrem angestiegen, alle Bescheide seien durch die Gemeinde zu erstellen und die Doppik verlange eine komplett neue Struktur in der Abarbeitung der Arbeitsabläufe in der Verwaltung.

"Der Kindergarten Wassensdorf musste geschlossen werden und die Haushaltskonsolidierung zwingt uns zum Werteverzehr."

"Das Wassergesetz mit der Herabstufung von Gewässern erster Ordnung bringt viele Änderungen und Mehrkosten für die Bürger", erklärt das Oberhaupt der Einheitsgemeinde. "Für alle Bereiche gibt es neue Förderrichtlinien und die Ausrichtung der Gemeinde auf eine Zielsetzung muss 2015 in Angriff genommen werden. Man kann noch nicht abschätzen was von den Wünschen der Mandatsträger wirklich realistisch ist."

Oebisfeldes 1000-Jahr-Feier bezeichnet Silke Wolf als ein echtes Highlight. Bemerkenswert sei auch die 750 Jahr- Feier in Hödingen gewesen - "eine tolle Sache, was dort der Ort auf die Beine gestellt hat", so die Bürgermeisterin.

Überhaupt hätten 2014 die Vereine und Verbände der Einheitsgemeinde Großartiges geleistet, ob beim Sport, beim Musizieren, in Züchtervereinen, beim Karneval, in der Natur oder in den Kirchen - überall seien engagierte Mitstreiter am Werke, die das Leben im Stadtgebiet vorangebracht haben.

"2014 war außerdem ein Jahr der Satzungen - Baumschutzsatzung, Hebesatzsatzung, Ehrensatzung, Hundesteuersatzung, die Änderung der Benutzungs- und Entgeltordnung, die Änderungen der Hauptsatzung und der Entschädigungssatzung beschäftigen die Mandatsträger teilweise endlos", erinnert sich Silke Wolf.

2015 werde es weitergehen, denn die Friedhofssatzung und die Feuerwehrgebührensatzung seien noch zu beschließen, die Satzung zur Kinderbetreuung hingegen sei zu überarbeiten.

Im Gedächtnis geblieben sind in diesem Jahr wohl nicht nur der Bürgermeisterin, sollen auch allen Bürgern die vielen Baustellen in der Einheitsgemeinde. So erinnert sich Silke Wolf an den Ausbau der Magdeburger Straße in Oebisfelde, die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses in Kathendorf, des Hortes Rätzlingen, den Abbruch der Tankstelle in Hörsingen, die Burgkronensanierung der Stiftsruine Walbeck und viele mehr. "Weiterhin wurde der Flächennutzungsplan auf den Weg gebracht und diverse Bebauungspläne geändert", so Silke Wolf.

"Aber auch nicht so gute Sachen waren 2014 zu verzeichnen", erklärt sie und erzählt, dass die Stadtwehrleitung stark dezimiert wurde und es schwer sei, neue Leute für die erste Reihe zu finden.

"Auch 2015 wird es spannend bleiben - viele gute Projekte von Privatinvestoren sind bereits angeschoben worden."

"Der Kindergarten Wassensdorf musste geschlossen werden und die Haushaltskonsolidierung zwingt uns zum Werteverzehr und der Instandhaltungsstau wird immer größer. Die Ortschaftsräte taten sich sehr schwer mit der Entscheidung zur Entbeerlichkeit von Grundstücken und Liegenschaften. Der Heimatverein Oebisfelde hatte große Bedenken zur 1000- Jahr-Feier, die Spendenbereitschaft zur Unterstützung der Feier durch Unternehmen blieb weit unter den Erwartungen", zählt Silke Wolf nur einige negative Situationen auf, die es aus ihrer Sicht gab.

Positiver bewertet sie die Entwicklungen im wirtschaftlichen Bereich der Einheitsgemeinde. "In Weferlingen wurde ein Solarpark auf das ehemalige Gebiet der Zuckerfabrik gesetzt. Der Unterhaltungsverband hat eine neue Halle gebaut, die Lappwaldbahn wird expandieren, die Baugenehmigungen sind auch für die Erweiterung des Edekamarktes erteilt."

Überall im Stadtgebiet seien 2014 neue Häuser privat und zur Vermietung errichtet worden, der Wohnungsleerstand sei äußerst gering und auch ohne Asylbewerber hätte die Stadt Oebisfelde-Weferlingen wesentlich mehr Einwohner als die statistischen Erwartungen des Landesamtes vorhergesagt hatten.

Dem kommenden Jahr sieht Silke Wolf nach eigenen Angaben kritisch entgegen: "Alle Hoffnungen mit gleich bleibenden Zahlungen aus Magdeburg, um die Region hier weiter voranbringen zu können, sind nunmehr bis 2016 zerstört. Wir werden an vielen wichtigen Stellen sagen müssen, dass wir finanziell nicht in der Lage sind", erklärt die Bürgermeisterin mit Blick auf den Finanzausgleich, der vom Land geändert wurde.

Lieber, so sagt Silke Wolf, wolle sie die Stadt gestalten, als den Mangel an Geldern zu verwalten. Von den anstehenden Problemen lässt sich die Einheitsgemeindebürgermeisterin aber nicht gänzlich unterkriegen.

"Auch 2015 wird es spannend bleiben - viele gute Projekte von Privatinvestoren sind bereits angeschoben worden, eines der ersten wird die Erschließung des Stürholzgartens in Oebisfelde sein. Hier werden 2015 mehr als 30 Eigenheime entstehen", verrät sie.