Die Zukunft der Beetzendorfer Heimatstube ist ungewiss. Grund: Der Verein der Heimatfreunde ist kaum noch in der Lage, die gestiegenen Miet- und Unterhaltungskosten für die Räume in der Alten Dorfstraße 28 zu berappen und sucht händeringend nach einer alternativen Lösung.

Beetzendorf l Seit Dezember 2006 existiert die Beetzendorfer Heimatstube in einem Gebäude in der Alten Dorfstraße 28. Mit viel Mühe hat der Verein der Heimatfreunde dort Fotos und Schautafeln zur Geschichte der Burggemeinde, Alltagsgegenstände aus Großmutters Zeit und vieles mehr zusammengetragen und präsentiert dies Besuchern . Doch mit dem Eigentümerwechsel des Gebäudes und dem neuen Mietvertrag, der seit 1. November 2014 gilt, stiegen die Unterhaltungskosten. "280 Euro müssen wir alles in allem monatlich aufbringen, das sind 3000 Euro im Jahr", erklärte Doris Tepelmann, Vorsitzende der Heimatfreunde, der Volksstimme. Für den kleinen Verein mit seinen knapp 50 Mitgliedern sei dies nicht länger zu stemmen.

In den Anfangsjahren nach der Eröffnung waren nicht nur die Mietkosten geringer, sie wurden auch komplett durch Sponsoren abgedeckt. "Das war das Konzept: Zwölf Sponsoren, die uns jeweils 60 Euro pro Jahr geben und damit die Heimatstube finanzieren", so Tepelmann. Doch mit der Zeit sprangen immer mehr Geldgeber ab oder verringerten ihre Zahlungen, so dass der Verein auf den Kosten allein sitzen bleibt. Und das bei einer jetzt dreifach so hohen Miete.

Finanzierung ist noch bis November gesichert

Bis zum November, solange gilt der derzeitige Mietvertrag zunächst, sind die Kosten abgedeckt. "Wir haben eine Spendensammlung unter unseren Mitgliedern durchgeführt", erzählte Doris Tepelmann. Doch das sei nicht beliebig wiederholbar. Alternative Lösungen müssen her, wenn die Heimatstube nicht schon bald selbst Geschichte sein soll. Während der Mitgliederversammlung Anfang Februar solle das Thema deshalb ausgiebig behandelt werden. "Dazu sollte sich jeder schon mal Gedanken machen", appellierte Tepelmann an die Heimatfreunde.

Eine Lösung wäre der Umzug in ein anderes Domizil, wo geringere Kosten anfallen. Etwa die Räume der ehemaligen Bibliothek im alten Gutshaus am Beverhol. "Ein entsprechendes Angebot wurde uns gemacht, aber wir haben noch keine Zahlen", erklärte die Vorsitzende. Zudem würde ein erheblicher Arbeitsaufwand auf den Verein zukommen, um die Räume herzurichten. Möglicherweise gibt es aber auch noch alternative Standorte. Für konstruktive Vorschläge und Angebote wären die Heimatfreunde auf jeden Fall dankbar. Fakt ist: Der bestehende Mietvertrag in der Alten Dorfstraße müsste bis spätestens Mai gekündigt werden, sollte ein Umzug erfolgen. Die Zeit drängt also.

Auch Kauf des jetzigen Gebäudes wird erwogen

Auch einen Kauf des jetzigen Domizils haben die Heimatfreunde schon in Erwägung gezogen. Doch ob der Eigentümer, der das Haus gerade erst erworben hat, auf ein solches Angebot eingehen würde, ist fraglich. "Das wäre natürlich optimal, dann könnten wir alles drin lassen", meinte Tepelmann.

Und wenn alle Stricke reißen, weder ein Kauf, noch der Umzug in ein anderes Gebäude klappt und auch die Finanzierung ab November nicht gesichert werden kann? Dann könnte das Kapitel Heimatstube endgültig beendet sein. "Die Sachen würden wohl bei uns zu Hause im Keller landen", erläuterte die Vorsitzende. Das historische Gedächtnis Beetzendorfs wäre damit den Blicken der Öffentlichkeit wohl für absehbare Zeit entzogen.

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