Das Naturschutzgroßprojekt Niedersächsischer Drömling ist seit 2012 abgeschlossen. Genau wie in der Altmark sollen auch dort die Besucher gelenkt werden. Dazu weihte Gifhorns Landrat Andreas Ebel am Mittwoch bei Kaiserwinkel einen Aussichtsturm ein.

Drömling l Nicht nur im altmärkischen Drömling, sondern auch im niedersächsischen Teil gab es ein Naturschutzgroßprojekt. Es wurde ebenfalls 2012 abgeschlossen, der Start erfolgte 2002. Die Kosten beliefen sich auf rund sechs Millionen Euro. Betroffen ist ein Bereich von 4237 Hektar. Die Mittel wurden vom Bundesumweltministerium sowie dem Land Niedersachsen bereitgestellt. Für die Realisierung waren die Stadt Wolfsburg sowie die Landkreise Gifhorn und Helmstedt zuständig.

Anlass für das Projekt, so schreibt die Pressestelle des Landkreises Gifhorn, sei gewesen, dass das Feuchtgebiet zunehmend unter den niedrigen Sommerwasserständen gelitten habe. Dies habe sich negativ auf die bundesweit bedeutsamen Bruch- und Auenwälder sowie die Feuchtwiesen und -weiden, die wichtige Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten darstellen, ausgewirkt.

Unter den Landnutzern im Drömling, so räumt der Landkreis Gifhorn ein, sei das Projekt anfangs umstritten gewesen. Daher seien alle Betroffenen in den Planungsprozess eingebunden worden. "Am Ende war eine breite Akzeptanz für den Naturschutz sowie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entstanden."

"Hier wird für den Bürger ein Fenster in den Drömling geöffnet."

Gifhorns Landrat Andreas Ebel

Nunmehr könne im niedersächsischen Drömling der Grundwasserstand gesteuert werden, und zwar unter Berücksichtigung aller Interessen. Zudem sorge eine extensive Grünlandnutzung dafür, dass artenreiche Feucht- und Nasswiesen bestehen bleiben. Darüber hinaus würden Sumpf- und Auenflächen jetzt geschützt. Noch dazu seien Nadel- in Laubwälder umgewandelt worden, und auf 400 Hektar können Naturwälder heute ohne jegliche Nutzung gedeihen. Überdies seien jetzt rund 70 Prozent des niedersächsischen Drömlings in öffentlicher Hand. Das gesamte Kerngebiet werde als Naturschutzgebiet gesichert und weiterentwickelt. "So haben Biber, Kranich, Seeadler, Amphibien, Libellen und Wiesenvögel auch in Zukunft einen perfekten Lebensraum", wie es vom Landkreis Gifhorn heißt.

Und genau wie im sachsen-anhaltinischen Teil wurden auch im niedersächsischen Drömling diverse Stationen für Besucher, die gezielt gelenkt werden sollen, geschaffen. In diesem Zusammenhang weihte Gifhorns Landrat Andreas Ebel gestern Nachmittag in der Gemarkung von Kaiserwinkel einen von vor drei Monaten neu errichteten Aussichtstürmen offiziell ein. "Hier wird für den Bürger ein Fenster in den Drömling geöffnet", betonte er und fügte hinzu, dass durch das Naturschutzgroßprojekt viel für den Erhalt des Drömlings erreicht worden sei. Wichtig sei es aber, die Bürger einzubinden und den Drömling weiter erlebbar zu machen. Der Turm, der aus erhöhter Perspektive einen herrlichen Ausblick in die halboffene Weidelandschaft und die typischen Moordammkulturen biete und der baugleich mit dem Modell im Jahrstedter Drömling ist, sei dafür ein gutes Beispiel. Die Skizzen für den Turm, so dankte Andreas Ebel, habe freundlicherweise der Zweckverband Drömling zur Verfügung gestellt.

Für den Bau des Turmes hatte der Landkreis Gifhorn Ende 2012 einen Förderantrag gestellt, der im August 2013 bewilligt wurde. Die Finanzierung erfolgte durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung aus dem Programm "Natur erleben" des niedersächsischen Umweltministeriums sowie einem Eigenanteil des Landkreises Gifhorn.

Parsaus Bürgermeister Joachim Zeidler sagte: "Der Turm ist in dieser einzigartigen Landschaft ein Highlight." Er bat die Besucher, auf den ausgewiesenen Wegen zu bleiben.

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