Klötze l Es war eine unangenehme Überraschung, die sich Bauleiter Siegfried Bossog nach der Übernahme des Projektes offenbarte. Seit Dezember obliegt der Umbau des früheren Arbeitsamtes in der Hagenstraße in ein Seniorenwohn- und Betreuungszentrum der Stendaler Baufirma. "Bautechnische Probleme haben dazu geführt, dass schnell Lösungen gefunden werden mussten", sagt Bossog gestern. Es habe unerwartete Schwierigkeiten bei der Statik, der Traglast der Böden und Decken gegeben.

Trotz Schwierigkeiten soll Projekt im Juli fertig sein

"Eigentlich sollte man bei einer Bausubstanz aus den 90er Jahren nicht mit so einem Zustand rechnen müssen", sagt der Bauleiter. Schnell musste reagiert werden: "Wir haben einen Statiker kommen lassen, der jede Betonschicht mit einem elektrischen Messgerät nach Schwachstellen überprüft hat." Die Konsequenz war, dass viele zusätzliche Stahlträger eingesetzt werden mussten, um spätere Gefahren auszuschließen. "Dadurch war natürlich auch mehr Geld notwendig, um die aufwendigen bautechnischen Maßnahmen durchzuführen", sagt Bossog. Für den Kauf und den Umbau der Immobilie sei mit rund 1,5 Millionen Euro gerechnet worden. Die Kosten werden größtenteils durch Fördermittel getragen.

Er sei froh, dass die Mängel zeitig erkannt wurden und die anderen am Projekt beteiligten Firmen kompetent und schnell auf die Probleme aufmerksam gemacht haben. "Die Pläne, die wir als Baugrundlage vom Gebäude hatten, sind 16 Jahre alt", fügt der Bauleiter hinzu. Das Objekt wurde 1992 gebaut. "Da erwartet man schon eine gewisse Qualität in der Rubrik Bau, was sich hier leider nicht bewahrheitet hat", bemängelt Bossog. Auch das Dach habe zu Beginn einen guten Eindruck gemacht, bei späterer Untersuchung stellte sich heraus, dass es undicht sei. Eine Dachdeckerfirma musste die Schäden beheben. "Wir liegen gut im Zeitplan und haben alles im Griff."

Trotz anfänglicher Rückschläge, sei das Bauvorhaben nicht gefährdet. "Am 1. Juli kann das Zentrum in Betrieb genommen werden", sagt Marco Kelle, Chef des Architekten- und Planungsbüros Plan Konzept. Dann können die im ersten Obergeschoss sechs und im zweiten Obergeschoss fünf barrierefreien Wohnungen bezogen werden.

Mietverträge werden bis Ende Mai unterschrieben

Bärbel Müller, Geschäftsführerin des Sozialcentrums Altmark (SCA), weiß das Projekt in guten Händen. Eine besondere Herausforderung sei das Rausreißen des mittleren Treppenhauses gewesen. "Jetzt haben wir mehr Platz für Aufenthaltsräume auf allen drei Etagen gewonnen." Es hat sich seit Dezember schon viel getan. Von insgesamt drei Treppenaufgängen wurde einer entfernt, der zweite, der nicht bis ins zweite Obergeschoss reichte, verlängert. Der Therapieraum wurde letztendlich mit dem Ruheraum zusammengelegt. "Geplant ist eine mobile Reha, deshalb brauchen wir mehr Spielraum", sagt Müller. Aber das sei noch Zukunftsmusik.

Am 9. Mai wird sich das SCA mit einem Infostand am Tag der Städtebauförderung in Klötze präsentieren. Interessenten für barrierefreien Wohnraum stehen bereits auf der Warteliste. "Ende Mai wollen wir die Mietverträge für unsere Wohnungen abschließen."

 

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