Das Unternehmen SLM - Kunststofftechnik setzt konsequent auf den Standort Oebisfelde. Noch in diesem Jahr will Firmenchef Thomas Brüsch insgesamt 7 Millionen Euro in die Erweiterung des Zulieferers für den VW-Konzern investieren. Damit können auch neue Arbeitsplätze entstehen.

Oebisfelde l Die Automobilbranche auf dem deutschen Markt boomt, das ist bis in die Produktionshallen des Oebisfelder Zulieferers SLM - Kunststofftechnik zu spüren. Vollbeschäftigung im Drei-Schichtbetrieb und das rund um die Uhr. Und Geschäftsführer Thomas Brüsch ist überzeugt, dass die Auftragsbücher auch zukünftig genügend Arbeit für die 250 Mitarbeiter bieten werden. "Wir sind ein hoch innovatives Unternehmen, das sich bei den Auftraggebern einen ausgezeichneten Namen gemacht hat", sagt der Chef bei einem Gang durch die Produktionshallen. "Transparenz gehört zur Firmenphilosophie, wie es eben heutzutage von zertifizierten Unternehmen verlangt wird", so Brüsch.

15 Lehrlinge werden in drei Berufen ausgebildet

Der Kunststoffteilehersteller im Haselhorst 1 gehört nicht nur zu den größten Arbeitgebern in der Einheitsgemeinde, SLM ist auch ein Betrieb, der kontinuierlich seit der Firmengründung ausbildet, informiert Betriebsleiter Gunnar Kasprzyk. Derzeit sind es 15 junge Menschen, die dort die Berufe Verfahrensmechaniker, Werkzeugmechaniker und Kauffrau für Büromanagement erlernen. In diesem Jahr erhalten acht Heranwachsende einen Arbeitsplatz. "Wir bieten attraktive Ausbildungen mit Beschäftigungsgarantie in Berufen mit Zukunft", heißt es von Kasprzyk.

"Die Standortwahl Oebisfelde war und bleibt die richtige", erläutert Firmeninhaber Brüsch. Zwar benötigen wir keinen Eisenbahnanschluss, doch die Produktion liegt dicht und insbesondere kostengünstig in der Nähe des Hauptabnehmers." Eine bedeutende Rolle, auch für den Bereich finanzielle Förderung und bei den Grundstückspreisen, besitzen die Kontakte zum Land Sachsen/Anhalt und zur Stadt Oebisfelde, betont Brüsch im Gespräch mit der Volksstimme.

Für ihn ist es deshalb nicht nachvollziehbar, dass auf der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats doch Bedenken gegen die Erweiterung des Betriebsgeländes laut wurden.

Auch neue Halle nicht über zehn Meter hoch

Einige Äußerungen stimmten schlicht weg nicht, widerspricht Brüsch. So werde die neue Lagerhalle, die möglicherweise noch dieses Jahr entsteht, nicht 14 Meter in die Höhe emporragen. "Keine unserer Hallen erreicht solche Höhe. Wir rechnen mit maximal zehn Metern. Und die Lagerhalle liegt zudem weit entfernt vom Grundstück der Familie Schreihahn, nämlich ganz in Nähe der Bahngleise.

Und was die von Ratsmitgliedern vorgebrachte Kritik der Familie Schreihahn gegen die Erweiterung des Unternehmens betrifft, antwortet Brüsch, dass zwischen der Familie und ihm ein einvernehmliches Miteinander bestehe. Das bestätigte gestern Karl-Heinz Schreihahn persönlich gegenüber der Volksstimme.

Das Unternehmen SLM hat im Jahre 2014 einen Umsatz von 32 Millionen Euro erwirtschaftet. Für das aktuelle Jahr rechnet Betriebsleiter und Prokurist Kasprzyk mit einem Aufwuchs um weitere drei Millionen Euro. Das gesamte Betriebsgelände umfasst mit der bereits vom Stadtrat genehmigten Erweiterung über 51000 Quadratmeter, wovon 15000 Quadratmeter bebaut sind.

Als ein Bauabschnitt soll die neue Lagerhalle parallel zur Bahnlinie entstehen. Die in nördlicher Richtung erst einmal freibleibende Fläche ist für den möglichen Bau von weiteren Produktionsstätten vorgesehen, erklärt Brüsch. Der Ankauf dieses Areals im Mischgebiet ist als eine flächenmäßige Sicherungsmaßnahme gedacht. Mit dem möglichen Neubau von Produktionsstätten würden dann auch weitere Arbeitsplätze entstehen.

Mitarbeiter überwiegend aus der näheren Umgebung

"Zum überwiegenden Teil kommen unsere Mitarbeiter aus dem direkten Einzugsbereich von Oebisfelde, also generell aus der näheren Umgebung", sieht Brüsch damit auch ein bleibendes Plus für die lokale Kaufkraft und den Einzelhandel in Oebisfelde.

Thomas Brüsch ist Wolfsburger, dessen wirtschaftliche Wurzeln aber eng mit Oebisfelde verflochten sind. Seine Eltern führten seit 1992 das Bergler-Werk in Oebisfelde. Das wurde dann verkauft und wird aus wirtschaftlichen Gründen im Sommer für immer schließen. Brüschs Vater sorgte früh dafür, dass der Sohn wirtschaftlich auf eigenen Füßen stehen konnte.