Zwei Wochen nach dem durch Brandstiftung ausgelösten Feuer in der Schrauberwerkstatt der Ford Devils Altmark in Beetzendorf beginnen die Aufräumarbeiten. Fordfreunde aus ganz Deutschland haben Hilfe zugesagt. Und auch von den Opel-Kollegen gibt es Unterstützung.

Beetzendorf l "Damit hätte ich niemals gerechnet, da bekomme ich richtig Gänsehaut", zeigte sich Oliver Rettig, Vorsitzender der Ford Devils Altmark, am Sonnabendnachmittag von der Solidarität der Kuhfelder Opel Crew gerührt. Die hatte während ihres jüngsten Treffens in Kuhfelde spontan zu Spenden für die vom Großbrand auf ihrem Beetzendorfer Klubgelände betroffenen Ford-Kollegen aufgerufen und zusammen kam die stolze Summe von 600 Euro. "Eine Supersache, das zeigt, dass es unter uns keinen Markenhass gibt, sondern die Sache im Vordergrund steht", freute sich auch Frank Friedrichs, der mit etlichen Klubmitgliedern zur Spendenübergabe zu dem inzwischen von der Polizei freigegebenen Brandort gekommen war. Zum Dank für die finanzielle Unterstützung gab es für die Opel-Freunde ein T-Shirt mit den Unterschriften der Ford-Devils-Mitglieder und eine rote gehäkelte Klopapierrolle mit dem blauen Emblem der Automarke.

Auf dem Gelände sieht es verheerend aus. Verkohlte Balken, Berge von Asche und vor allem die zahlreichen ausgebrannten Fahrzeuge - alles in vielen Bastelstunden aufgepeppte Liebhaberstücke - zeugen von der ungeheuren Wucht des Feuers und dem angerichteten Schaden. 70000 Euro hat die Polizei errechnet, den ideellen Wert der vernichteten Fahrzeuge kann jedoch niemand beziffern. So brannte unter anderem ein Mustang V8 aus. "Von diesem Auto fahren in Deutschland nur noch vier Stück, die kriegt man nicht mehr zu kaufen. Da blutet einem das Herz, wenn man das sieht", zeigte Frank Friedrichs auf den verkohlten Schrotthaufen, der von dem Oldtimer übrig blieb. Fünf Fahrzeuge sind ausgebrannt, dazu ein Anhänger und ein kompletter Wohnwagen, von dem nur noch der Einstieg zeugt.

Vor drei Jahren haben die Ford-Freunde ihr Domizil hinter dem ehemaligen Kulturhaus am Beetzendorfer Bahnhof bezogen und seitdem viele Arbeitsstunden investiert, um das Gelände auf Vordermann zu bringen. Entstanden ist ein Areal, wo nicht nur gemeinsam gefeiert und an den Autos geschraubt werden kann, sondern wo auch die Jüngsten ungestört spielen können. Doch das Feuer am 26. April hat diese Idylle zerstört.

Besonders tragisch: Am Tag vor dem Großbrand haben die Ford Devils Altmark noch ihr dreijähriges Klubhaus-Bestehen gefeiert. "Deshalb haben wir die Autos auch unter das Schleppdach gestellt, um mehr Platz zu haben. Denn wir hatten zehn verschiedene Ford-Klubs zu Gast", berichtete Frank Friedrichs.

Zum Arbeitseinsatz kommt Hilfe aus ganz Deutschland

Die Verunsicherung unter den Klubmitgliedern ist groß. Denn noch hat die Polizei den Brandstifter nicht gefasst. "Keiner weiß, ob er noch einmal zuschlägt, das macht vielen Angst", meinte Friedrichs auch mit Verweis auf die vielen Kinder der Ford-Freunde, die sich bisher immer während der Treffen auf dem Gelände tummelten.

Nicht ausgeschlossen ist deshalb, dass sich die Ford Devils Altmark ein neues Domizil suchen. "Das ist Bestandteil unserer Überlegungen", bestätigte Oliver Rettig der Volksstimme. "Aber vielleicht wird derjenige, der uns das angetan hat, ja doch noch geschnappt. Dann können wir hier auch alles wieder aufbauen."

Einstweilen geht es erst einmal um das Aufräumen. Die verkohlten Reste der Dachkonstruktion müssen entfernt, die Ascheberge und der Fahrzeugschrott entsorgt werden. Am kommenden Wochenende soll deshalb ein großer Arbeitseinsatz gestartet werden, zu dem sich Helfer von Ford-Klubs aus ganz Deutschland angesagt haben. "Die Leute kommen unter anderem von der Ostsee, aus Berlin, Potsdam und Leipzig", berichtete der Vorsitzende. Unterstützung gebe es auch von einigen Firmen, die schweres Gerät wie einen Steiger zur Verfügung gestellt haben.