Wassensdorf l Die Mitglieder des Ortschaftsrates sprachen sich während ihrer jüngsten Sitzung gegen eine Nutzung des Festplatzes an der Wassensdorfer Badekuhle für Trainingsfahrten mit einem Ponygespann aus. Hintergrund: Der in Wassensdorf wohnende Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Bösdorf/Rätzlingen, Michael Müller, hatte an die Kommune den Antrag gestellt, mit seiner Tochter auf dem Festplatz das Gespannfahren zu üben. Denn die 13 Jahre alte Amelie sei aufgrund ihrer sportlichen Leistungen in den D-Kader des Landes aufgenommen worden. Mögliche Flurschäden, beispielsweise Spurrillen auffüllen mit Mutterboden und ansäen von neuem Rasen, hätte Müller nach Ende der Trainingssaison auf seine Kosten beseitigt.

Die Stadtverwaltung hatte sich für das Fahrtraining entschieden, verwies dabei auf die Förderung des Jugendsportes in der Einheitsgemeinde und schlug auch eine Nutzungsgebühr in Höhe von 60 Euro pro Monat, die von Müller dann zu zahlen wäre, vor.

Doch neun Ortschaftsräte votierten bei einer Enthaltung dagegen. "Wir sollten die Festwiese nicht in einen Reitplatz umfunktionieren", erklärte der Wassensdorfer UWG-Rat Frank Hintersdorf. Doreen Wienecke (die Linke) folgte Hintersdorfs Argumentation: "Es ist ein Festplatz und sollte nur zu diesen Zwecken genutzt werden."

CDU-Mann Hans Heino Meuser gab zu bedenken, was geschehen kann, wenn auf der Festwiese bei regnerischen Wetter trainiert wird: "Wir hatten dieses Problem in diesem Jahr beim Osterfeuer auf dem Gehege. Dort hatte zuvor ein Zirkus gastiert. Da es regnete, sah der Platz entsprechend aus. Die Zirkuswagen hatten eine Schlammwüste hinterlassen. Sehr zum Ärger der Besucher des Osterfeuers."

Allerdings werde der Festplatz an der Badekuhle sehr selten genutzt, in zwei Wochen zum Beispiel für das Jubiläum der Schalmeienkapelle. Außerdem sei ein Ponygespann nicht mit einem Zirkus zu vergleichen.