Möglicherweise werden in diesem Jahr die altmärkischen Wälder nach dem Schneebruch von Kiefernspinnern und Nonnen heimgesucht. Dies ergab die Winterbodenprobe in der Region. Viel hängt aber auch vom Witterungsverlauf in der kommenden Vegetationsperiode ab, macht Helmut Jachalke, Leiter des Betreuungsforstamtes Klötze, mit Blick auf die Ergebnisse des Kiefernbuschhornblattwespen-Befalls im Raum Letzlingen deutlich.

Steimke. Wie geht es weiter mit den Wäldern in der Region? Nach dem Schneebruch im Dezember geht es jetzt an das Aufräumen (die Volksstimme berichtete). Doch auch ein anderes Thema brennt den Forstleuten auf den Nägeln: die Massenvermehrung von Schädlingen. Folglich sprach Helmut Jachalke, Leiter des Betreuungsforstamtes Klötze, während der Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemein- schaft Kunrau auch über diese Gefahr. Und was er da zu berichten hatte, war alles andere als erfreulich für die im Steimker Saal versammelten Waldbesitzer: "Bei der Winterbodensuche haben unsere Mitarbeiter in den vergangenen Wochen sehr große Mengen an Kiefernspinnern und Nonnen gefunden."

Um genau zu sein: Es geht um die Larvenstadien, die den Winter im Boden verbringen und über deren Anzahl sich ebenso wie für andere Forstschädlinge Prognosen für den Befall der altmärkischen Kiefern mit den Larven der beiden Schmetterlingsarten in den kommenden Monaten erstellen lassen. Jachalke: "Wir werden die Situation weiter genau beobachten und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen ergreifen."

Mit Blick auf die großflächigen Kahlschläge, die im Raum Letzlingen nach einem Befall von Kiefernbuschhornblattwespen und einer anschließenden Besiedlung der geschädigten Bäume durch Pilze notwendig geworden waren, bezeichnete Jachalke die Nonne und den Kiefernspinner als mindestens ebenso gefährlich wie die Kiefernbuschhornblattwespen.

Allerdings hat auch das Wetter in den kommenden Monaten einen entscheidenden Einfluss darauf, inwiefern sich die Schädlinge in den kommenden Monaten ausbreiten und vermehren: Im Letzlinger Fall habe sich die Situation vor allem dadurch verschärft, dass aufgrund einer besonders milden Witterung es nicht bei einer Population im Jahr geblieben war, sondern dass sich eine weitere Generation der Hautflügler entwickelt habe.