Als Ilse Junkermann, Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), in der vergangenen Woche Landwirtschaftsbetriebe in der Region besuchte (wir berichteten), stattete sie auch der Immekather Agrargenossenschaft "Jeetzequelle" einen Besuch ab. Dort kam sie mit Geschäftsführer Gerhard Gottschlich und der Kirchenältesten Wilfriede Schierhorn ins Gespräch.

Immekath. Mit der politischen Wende entstand in Immekath die Agrargenossenschaft; hervorgegangen aus den bis dato selbständigen LPG Tier- und LPG Pflanzenproduktion. Während das Unternehmen zu dieser Zeit noch 24 Beschäftigte zählte, sind es heute elf Angestellte und ein Lehrling. "Wir haben niemanden entlassen. Wir haben aber den Mitarbeitern in dieser Zeit freigestellt, sich selbst nach einer anderen Arbeit umzuschauen. Vielleicht eine, die sogar besser bezahlt ist", wie Geschäftsführer Gerhard Gottschlich seinem Gast berichtete.

Heute ist die Immekather Agrargenossenschaft mit 32 Mitgliedern ein Unternehmen, in dem jährlich auf 280 Hektar Roggen, auf je 150 Hektar Raps und Wintergerste angebaut wird und deren Mitarbeiter 210 Hektar Grünland bewirtschaften. Außerdem werden pro Jahr auf etwa 45 bis 48 Hektar Fläche Zuckerrüben angebaut. Die Immekather Agrargenossenschaft habe durchaus Kapazitäten, noch mehr anzubauen, "aber uns fehlt das für den Anbau so wichtige Wasser", erklärte der Geschäftsführer. Auch wenn das Immekather Unternehmen direkt vor sich die Jeetze hat, könne es über dieses Wasser nicht so einfach verfügen: "Unternehmen, auch wie wir es sind, müssen sich entsprechende Wasserrechte kaufen. Und wir bekommen keine zusätzlichen Wasserrechte", berichtete Gerhard Gottschlich der Landesbischöfin. Die ist etwas erstaunt, dass Landwirtschaftsbetriebe Wasserrechte kaufen müssen, um richtig arbeiten zu können. Bisher ging sie, Ilse Junkermann, davon aus, dass Landwirtschaftsbetriebe ohne eine Limitierung von Wasser produzieren können.

Neben etlichen Hektar Pachtland, das im Naturpark Drömling zu bewirtschaften ist, arbeitet die Agrargenossenschaft auch auf Kirchenland. Erfreulich ist dabei, so Gerhard Gottschlich, dass sein Unternehmen seit vielen Jahren eine gute Zusammenarbeit mit dem Gemeindekirchenrat pflegt. Die gute Zusammenarbeit zeige sich unter anderem darin, dass die Agrargenossenschaft der Kirchengemeinde bei Bedarf Technik zur Verfügung stellt und auch mal unbürokratisch hilft, wenn Arbeiten, wie unter anderem beim Fällen von Bäumen und der Beseitigung von Sträuchern, ausgeführt werden müssten. "Ab und an können wir dem Gemeindekirchenrat, aber auch anderen Vereinen hier im Ort, auch schon mal einen Umschlag mit ein wenig Geld geben, wenn ein Jubiläum gefeiert wird", so Gerhard Gottschlich.

Auf die Frage, ob in Immekath auch noch altmärkischer Spargel angebaut wird, antwortete Gerhard Gottschlich: "In diesem Jahr zum letzten Mal. Unser Spargelanbau läuft mit dieser Saison aus." In den Jahren 1992 bis 1997 sei die Immekather Agrargenossenschaft der größte Spargelproduzent in der Region gewesen. Dann musste sich das Unternehmen eingestehen, mit dem Spargel nicht mehr wirtschaftlich arbeiten zu können. Das Angebot an Spargel in der Region sei zu groß, weiß Gerhard Gottschlich aus eigener Erfahrung.

Auf zwei Hektar wird es in diesem Jahr noch einmal Spargel geben. Den können bei Bedarf Interessierte selbst stechen: "Das sind jedoch schon ältere Pflanzen. Wenn es für diesen Spargel keine Abnehmer mehr gibt, dann wird die Fläche umgepflügt und es ist Schluss mit Spargel."