Jahrstedt (gj). Edith (71) und Wolfgang (70) Heinemann haben am Freitag das Fest der goldene Hochzeit gefeiert. Bevor sie in der Jahrstedter Ohreklause gemeinsam mit ihren Familienangehörigen, Bekannten und Freunden auf dieses Jubiläum anstießen, wartete eine besondere Überraschung auf das Goldpaar: Die sechs Enkekinder hatten für Oma und Opa eine Kutsche gemietet, deren Pferde das Goldpaar durch den Ort fuhren. Bei herrlichem Sonnenschein übrigens: "Genauso ein Wetter, wie wir es zu unserer Hochzeit vor 50 Jahren hatten", wie sich Wolfgang Heinemann erinnert. Am Freitagvormittag hatten sie schon die Glückwünsche des Ortsbürgermeisters entgegennehmen können, wie sich das Paar am Nachmittag freute.

Kennengelernt haben sich die gebürtige Jahrstedterin und der gebürtige Staßfurter in Jahrstedt. Wolfgang Heinemann war von 1958 bis 1963 bei den Grenztruppen beschäftigt. Und seine Frau war es, die in dieser Zeit mit anderen Mädchen des Ortes für die Grenzer in den Dorfkonsum ging, um Zigaretten zu kaufen. Da hatten die beiden schon Blickkontakt, aber so richtig hat es dann beim Tanz im Neuferchauer Saal zwischen ihnen gefunkt. 1961 entschlossen sie sich, mit ihrer Eheschließung im Jahrstedter Standesamt fortan als Ehepaar ihren Weg gemeinsam zu gehen.

Nachdem ihr Sohn schon 1959 das Licht der Welt erblickt hatte, wurde im Jahr 1965 ihre gemeinsame Tochter geboren. Die wohnt heute mit ihrer Familie im benachbarten Kunrau, während der Sohn in Bornsen seinen Lebensmittelpunkt gefunden hat.

In den Jahren vergrößerten sechs Enkelkinder die Familie und mittlerweile haben die Heinemanns auch schon einen kleinen Urenkel. Klar, dass auch der am Freitag bei der Familienfeier mit von der Partie war.

Während Edith Heinemann erst auf dem elterlichen Landwirtschaftshof arbeitete, später dann bis zum Jahr 1995 in der Pflanzenproduktion und im Winter im Färsenstall das Geld verdiente, war ihr Mann nach seiner Grenztruppenzeit bis 1996 bei der Deutschen Bahn beschäftigt. Er hat in Salzwedel, Königsborn, Oebisfelde und zuletzt als freigestellter Betriebsrat in Stendal gearbeitet. In seine alte Heimat, die Börde, zurückzukehren, wollte er, nachdem er Edith kennengelernt hatte, nie. Die Altmark habe ihm schon immer gut gefallen; viel besser als die Börde.

Neben seiner täglichen Arbeit hat das Paar in der Freizeit ein wenig eigenes Land bewirtschaftet, aber auch einige Tiere, wie Kaninchen und Schweine, gehalten. "Jetzt wollen wir aber nur noch die Hälfte von dem machen, was wir mal gemacht haben, denn wir werden ja schließlich alle nicht jünger", kündigt Edith Heinemann an. Müßiggang wird es trotzdem nicht geben, und außerdem halten sich die beiden Jahrstedter auch sportlich noch fit, in dem sie einmal in der Woche zum Kegeln nach Kunrau ins Sportzentrum fahren.

Dass sie auch nach 50 Jahren Ehe immer noch ein glückliches Paar sind, hat ihrer Ansicht nach auch damit zu tun, dass ihnen Vertrauen in all den Jahren immer besonders wichtig war.

Klar gab es auch in ihren Ehejahren ab und an mal ein bisschen Zoff, denn auch das gehört zu einer Ehe dazu, sind sie sich sicher.