Selbst wenn manch Politiker sich fern dem Leben anderer Menschen bewegt - die politischen Entscheidungen bestimmen unseren Alltag. Und unsere Diskussionen. Die Volksstimme wollte daher von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die Meinung wissen. 954 Stimmen wurden zu den drei Themenbereichen abgegeben. Während klare Mehrheiten Bürgerinitiativen als demokratisches Instrument und das Engagement für einen Kneipp-Kurort begrüßen, gibt es in Sachen Eichenstumpf nahezu Stimmengleichheit zwischen Gegnern und Befürwortern.

Klötze. Mehr als 58 Prozent der Befragten halten das Engagement von Bürgerinitiativen im Rahmen demokratischer Prozesses für nützlich. Dies ist eines der Ergebnisse der Leserbefragung, die die Volksstimme seit Mitte Februar vorgenommen hat. Gerade in der Altmark haben verschiedene Bürgerbündnisse einen Aufschwung erlebt. Themen waren dabei der Protest gegen die geplante Massentierhaltung in Kunrau, die geplante Verpressung von Kohlendioxid im altmärkischen Boden und die Forderung nach einer Ortsumgehung für Brome. Gegenargumente wie jenes, dass Bürgerinitiativen manchmal das Gemeinwohl aus dem Auge verlören, mochten nicht überzeugen.

Nicht überzeugen mochten Gegenargumente auch bei der Frage, ob sich das Engagement für einen Kneipp-Kurort Klötze lohne: Eine Mehrheit von über 51 Prozent der Befragten befürwortet die Kurort-Ambitionen. Die Angst vor hohen Kosten für die Kommune zog offensichtlich nicht gegenüber der Hoffnung vieler Menschen, das Image der Region aufzupolieren. Denn diese wird unter Touristen bislang bestenfalls als Geheimtipp gehandelt.

Kein klares Ergebnis indes in Sachen Eichenstumpf-Skulptur für den Kreisel. 38 Prozent sehen darin kaum einen Nutzen, 37 Prozent meinen, dass die Skulptur mithilft, der Stadt ein Gesicht zu verleihen. Klare Schlussfolgerung aus dieser Aussage: Über Kunst lässt sich trefflich streiten.

Die Skulptur jedenfalls wird privat finanziert. Entgegen den ursprünglichen Planungen einer Eichenstumpfskulptur wird das Vorhaben in den kommenden Monaten mit Glas und Stahl umgesetzt - und damit etwas abstrakter als zunächst angedacht (die Volksstimme berichtete).

Mehrere Leser haben diesen Punkt der Abstimmung übrigens genutzt, um eine andere Idee auszudrücken: Handschriftlich wurde vermerkt, dass eine echte Eiche als Wappenbaum der Stadt gut zu Gesicht stünde. Der Innenraum eines Kreisels ist möglicherweise für ein solch stattliches und schattiges Wappenzeichen kein guter Standort. Aber an anderer Stelle könnte sicher mit dem Pflanzen einer neuen Wappeneiche für Klötze diese Idee Wurzeln schlagen.