Mit Jagdliedern gratulierte der Männergesangverein 1863 Neuferchau am Freitagabend der Jagdgenossenschaft des Ortes zu ihrem 20-jährigen Bestehen. Die Sänger eröffneten damit die Jahreshauptversammlung im Gemeindesaal, wofür Henry Hartmann, Vorsitzender der Genossenschaft, herzlich dankte.

Neuferchau. "Mit der politischen Wende traten auch völlig neue Bedingungen im Jagdwesen ein", begann Hartmann seinen Bericht. Bereits am 22. Januar 1991 wurde die Jagdgenossenschaft Neuferchau mit Henry Hartmann als Vorsitzendem gegründet. Umfangreich waren die Aufgaben des Vorstandes nach der Gründung. So mussten die Grenzen des Jagdgebietes, das heute 962 Hektar mit 934 Hektar jagdbarer Fläche umfasst, festgestellt werden.

"Unsere Jagdgenossenschaft hat heute 178 Mitglieder. Die Flächengrößen beginnen bei 300 Quadratmeter eines Mitgliedes der Jagdgenossenschaft", verwies Henry Hartmann auf den Arbeitsumfang. Seit 2001 kann sich die Jagdgenossenschaft auf die Unterstützung der Verwaltungsgemeinschaft Jeetze-Ohre- Drömling und jetzt der Einheitsgemeinde Klötze bei der Aktualisierung des Jagdregisters verlassen. Eine Aufarbeitung der Daten durch den Vorstand ist aber immer noch notwendig.

Der erste Pachtvertrag wurde am 28. April 1991 mit dem Jäger Ernst Truthe abgeschlossen. "Nach veränderten Voraussetzungen, in Neuferchau bildete sich eine Pächtergemeinschaft, erfolgte die Unterzeichnung eines neuen Pachtvertrags der Landeigentümer mit der Jägerschaft am 19. März 2000", berichtete der Vorsitzende. Betrug die Jagdpacht beim ersten Vertrag noch 1,50 D-Mark pro Hektar, so wurde beim zweiten Vertrag eine Pacht von einem Euro festgeschrieben. Am Freitag stimmten die Jagdgenossen einem neuen Pachtvertrag für die Zeit vom 1. April 2012 bis zum 31. März 2030 zu, der eine Jagdpacht von 1,20 Euro pro Hektar vorerst für die nächsten acht Jahre festschreibt.

"Wir können uns glücklich schätzen, dass die Pachteinnahmen in die Kasse der Jagdgenossenschaft fließen und keiner auf der Auszahlung beharrt", freute sich Hartmann. "So war es uns möglich, mit rund 7400 Euro Projekte in der Gemeinde sowie Vereine zu unterstützen. Geld ist beispielsweise in die Sanierung der Kirche geflossen, Baumpflanzungen erfolgten und Mittel sind in die Biotoperhalten geflossen. Es wurde ein Infrarotgerät gekauft, um Rehkitze vor der Mahd im Getreide aufzuspüren, das Anbringen von Reflektoren entlang der Kunrauer Straße unterstützten die Jagdgenossen. Mit 400 Euro wird der Sportverein Neuferchau unterstützt, der sein 90-jähriges Bestehen feiert.

Bei allem kommt die Geselligkeit nicht zu kurz. Seit 2004 organisiert der Vorstand der Jagdgenossenschaft alle zwei Jahre eine Tagesfahrt. Bei diesen Aktivitäten wundert es kaum, dass die Mitglieder der Jagdgenossenschaft den Vorstandsmitgliedern bei der Wahl erneut einstimmig ihr Vertrauen gaben. Damit ist Henry Hartmann weiterhin Vorsitzender. Sein Stellvertreter ist Martin Voß. Renate Brüggemann bleibt Schriftführerin, während Siegmar Schultze Kassenführer ist. Beisitzer ist Hans-Jürgen Kleinecke. Bruno Pauls und Uwe Lösel sind die Revisionskommission.

In seinem Schlusswort verwies Henry Hartmann darauf, dass bei allen Aktivitäten sich die Jagdgenossenschaft stets auf die Unterstützung der Jägerschaft verlassen konnte. "Wir mussten keine Jagdschäden regulieren", sagte Hartmann. "Ich kann den Jagdpächtern eine gute Hege und Jagd bescheinigen."

(Bericht folgt)

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