Mellin (wmo). Mit der alten und neuen Führungsmannschaft geht die Melliner Jagdgenossenschaft in das 20. Jahr ihres Bestehens. Während der Jahreshauptversammlung am Sonnabend wählten die Grundeigentümer Wolfgang Burmeister (bei einer Gegenstimme), Wilhelm Kaufmann, Norbert Ritzmann (bei einer Enthaltung), Detlef Meyer und Dorothea Schmidt erneut in den Vorstand. Hans-Martin Benecke erhielt zudem einstimmig das Vertrauen als Ehrenmitglied des Gremiums.

Vorsitzender Wolfgang Burmeister, der auch künftig die Geschicke der Jagdgenossenschaft lenken wird, blickte zu Beginn der Zusammenkunft auf die zahlreichen Aktivitäten der vergangenen zwei Jahrzehnte zurück. "1990 haben wir mit der Gründung begonnen, vollzogen wurde sie jedoch erst 1991", sagte der Melliner. Damals hätten die öffentlichen Flächen noch die Hälfte des zur Jagdgenossenschaft zugehörigen Territoriums ausgemacht. Heute seien die meisten Grundstücke in privater Hand, nur kleinere Teile gehören noch dem Treuhand-Nachfolger BVVG, der Landgesellschaft oder der Landesforst. Diese Institutionen lassen sich die Jagdpacht auch regelmäßig auszahlen, während die Jagdgenossen ihren Pachtzins ein ums andere Mal für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung stellten.

Burmeister erinnerte an die Heckenpflanzung am Wismarer Weg, für die 1994 2837 Mark bereitgestellt wurden. Ein Jahr später steuerten die Jagdgenossen 500 Mark für die Erneuerung des Kriegerdenkmals im Dorf bei, 1996 wurde dann ein Hänger für 600 Mark angeschafft. Auch die Anschaffung des neuen Melliner Feuerwehrfahrzeugs 1998 wurde von der Jagdgenossenschaft unterstützt. "Wir haben dafür 3000 Mark gegeben", erklärte der Vorsitzende. 2003 flossen 500 Euro in das große Dorffest, 2005 spendeten die Grundbesitzer 200 Euro für eine von einem Großbrand betroffene Melliner Familie.

Die Erneuerung des Kirchturms wurde 2006 mit 2000 Euro unterstützt. "Dazu kommen noch 300 Euro, die die Gemeinde 2008 für den Wegebau am Pflaumenbaumweg erhalten hat und 450 Euro ein Jahr später für die Reparatur des Feuerwehr-Anhängers, auf dem die Wasserfässer installiert sind", zählte Wolfgang Burmeister auf.

Busfahrt nach Letzlingen geplant

Streit oder Ärger habe es in all den Jahren innerhalb der Jagdgenossenschaft nicht gegeben. Auch nicht zwischen Jagdgenossen und Jagdpächtern. "Wir haben immer noch die gleichen Jagdpächter wie zum Anfang und der Vertrag ist erst im vergangenen Jahr bis 2027 verlängert worden", erklärte Burmeister.

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens wollen die Jagdgenossen in diesem Jahr auch einmal einen Teil der Pachteinnahmen für eine gemeinsame Fahrt verwenden. "Die Grundbesitzer haben jahrelang auf ihre Pacht verzichtet, das ist nur gerecht", befand der Vorsitzende. Am 24. September soll es mit dem Bus nach Letzlingen gehen, wo ein Besuch des dortigen Gefechtsübungszentrums der Bundeswehr sowie des Jagdschlosses auf dem Programm stehen. Auch ein fürstliches Mittagessen in der einzig erhalten gebliebenen Hohenzollern-Residenz Sachsen-Anhalts ist geplant. "Nach der Rückkehr kehren wir dann in unser Dorfgemeinschaftshaus ein und lassen den Tag ausklingen", kündigte Wolfgang Burmeister an. Für die mitfahrenden Jagdgenossen falle nur ein geringer Obolus von fünf Euro für die Fahrt an, Nichtmitglieder müssten entsprechend mehr bezahlen.