Der Verlauf des Allerradweges soll heute Abend während der Sitzung des Ortschaftsrates zur Sprache kommen. Auch die Mitglieder des Hauptausschusses des Stadtrates debattierten kürzlich über dieses Thema, weil es offenbar wieder Unstimmigkeiten bei Zuständigkeiten gegeben hatte.

Oebisfelde. "Es gab einen Termin mit Frank Priemer vom Landkreis zur Beschilderung des Allerradweges. Dort hat Frau Schütrumpf offenbar eine andere Trassenführung vorgeschlagen als bisher angedacht", berichtete Bürgermeisterin Silke Wolf im Hauptausschuss. Sie habe an genanntem Termin wegen einer anderen Veranstaltung in Weferlingen nicht teilnehmen können, erklärte sie. "Frau Schütrumpf kann nicht agieren, ohne dass ich informiert bin", sagte sie und bat die Mitglieder des Hauptausschusses, die gleichzeitig Oebisfelder Ortschaftstratsmitglieder sind, das in diesem Gremium anzusprechen.

Prinzipiell habe sie kein Problem mit einem geänderten Verlauf des Allerradweges, es müsse allerdings berücksichtigt werden, dass der Weg am Bahnhof vorbeiführe.

Der Hintergrund: Wie Bürgermeisterin Wolf auf Anfrage erläuterte, gab es bereits vor längerer Zeit die Maßgabe des Ortschaftsrates, mit dem Bahnhof etwas zu machen. Es gab Beschwerden von Reisenden, dass dort noch nicht mal eine öffentliche Toilette vorhanden sei. Vereinzelte Reisende hätten bereits bei der Polizei geklingelt und gefragt, ob sie dort ihre Notdurft verrichten dürften. Auch der Behindertenkreis habe zu Recht bereits mehrfach angemahnt, dass der Bahnhof in keiner Weise behindertengerecht sei. All diese Probleme seien bei verschiedenen politischen Gremien angesprochen worden, so Wolf. Nun käme langsam Bewegung in die Sache. Es gebe ein Programm der NASA GmbH, das darauf abziele, neue Nutzungen für alte Bahnhöfe zu finden. Da Oebisfelde nicht nur Endpunkt für den öffentlichen Personennahverkehr, sondern auch interessant für Fahrradtouristen sei, soll Oebisfelde als Knotenpunkt dargestellt werden.. "Darum ist es wichtig, dass der Radweg dort entlangführt", erklärte Wolf. Auch mit dem Eigentümer des Bahnhofes aus Luxemburg habe die Stadt bereits Kontakt aufgenommen, und auch dieser überlege, in Oebisfelde selbst tätig zu werden, so Wolf. "Oebisfelde ist Eisenbahnerstadt. Da steht uns ein ordentlicher Bahnhof, vielleicht sogar mit einem kleinen Bahnmuseum, mit Backshop oder weiteren Ideen gut zu Gesicht", so Wolf.

Im Hauptausschuss war Heide Schüler irritiert über Schütrumpfs vorpreschen: "Ich bin erstaunt. Das wird jetzt mehr als kompliziert." Klaus Gerike: "Wie kriegen wir das wieder geradegebogen?" Dr. Bernd Schuster: "Ich kann mich nicht erinnern, dass im Ortschaftsrat über einen geänderten Verlauf des Allerradweges gesprochen wurde. Das kann keine Einzelentscheidung sein."

Heute Abend soll nun also über das Thema gesprochen werden. Christiane Schütrumpf soll dazu einige Ausführungen machen. Wie sie auf Anfrage betonte, habe sie an dem Termin zur Beschilderung mit dem Vertreter des Landkreises gar nicht teilgenommen. "Ich habe dazu, allerdings schon im Februar, mit Herrn Priemer telefoniert. Er sagte damals, er habe die Möglichkeit ein Team bestehend aus zehn Mitarbeitern aus dem Projekt "Aktiv zur Rente" zu Beschilderungsmaßnahmen vor Ort zu schicken. Ich habe ihm für die Infos gedankt, allerdings auch gesagt, dass eine Rücksprache mit der Bürgermeisterin Frau Wolf erforderlich ist, bevor irgendeine Aktivität erfolgt", betonte sie. Sie selbst habe die Bürgermeisterin auch per e-mail darüber informiert. "Wir haben ja durch unser Stadtentwicklungskonzept ebenfalls eine Beschilderung vor, und diese die Beschilderungen müssen nun aufeinander abgestimmt werden", betonte Schütrumpf.