In seinem letzten Bericht als Vorsitzender der Jägerschaft Klötze zog Erwin Grödl eine positive Bilanz der Arbeit des vergangenen Jahres. Allerdings müsse mehr Augenmerk auf die Jungjägerausbildung gelegt werden, um die Zukunft des Weidwerks zu sichern.

Apenburg. 243 Mitglieder hat die Klötzer Jägerschaft, die alle Hegegemeinschaften des Altkreises zusammenfasst. "Das ist eine ordentliche Zahl, allerdings gibt es auch noch Reserven", erklärte der scheidende Vorsitzende Erwin Grödl in seinem Jahresbericht vor der Hauptversammlung in Apenburg. Je größer der Verband sei, desto mehr Mitspracherechte könne man geltend machen, etwa bei Änderungen im Jagdrecht. Trotz geringerer Jägerzahlen habe man in den vergangenen Jahren gegenüber den anderen Altkreisen eine erfreuliche Entwicklung genommen. Sorgen mache allerdings die Jungjägerausbildung. "Da stehen wir den anderen Jägerschaften nach. Nur ein Anwärter ist einfach zu wenig, um den Nachwuchs zu sichern", bemängelte Grödl.

Erleichtert zeigte sich der Vorsitzende, dass im vergangenen Jahr eine weitere Verschärfung des Waffenrechts, die vor allem den Jägern zugesetzt hätte, verhindert werden konnte. "Auch die Klage gegen die Pflichtmitgliedschaft in den Jagdgenossenschaften ist vorerst vom Tisch", so Grödl. Dafür müssten sich die Weidmänner auf deutlich höhere Revierbeiträge für die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft einstellen. Von einer Steigerung um 120 Prozent ist die Rede. "Diese Abzockerei wird langsam unerträglich. Man sollte die Wahl der Berufsgenossenschaft freigeben wie bei der Kfz-Versicherung", ärgerte sich der Beetzendorfer.

Begründet werde der Beitragsanstieg, der trotz massiver Intervention des Landesjagdverbandes nicht verhindert werden konnte, mit dem Altlastenausgleich zwischen Ost und West. "Im Mai kann jeder mit seinem Gebührenbescheid rechnen", kündigte Grödl an.

Gesunken sind dagegen die Jagdscheingebühren in Sachsen-Anhalt. Für drei Jahre werden zukünftig 12,50 Euro plus 37,50 Euro Jagdabgabe fällig. "Das ist eine Entlastung um 25 Euro", freute sich der Vorsitzende.

Großes Augenmerk legten die Weidmänner der Klötzer Jägerschaft im vergangenen Jahr auf die Wildschadensbekämpfung. Hierbei machten vor allem die immer größer werdenden Maisschläge Sorgen. Bejagungsschneisen könnten den Jägern das Handwerk erleichtern. "Allerdings ist unklar, wie sich diese auf die Agrarzahlungen für die Landwirte auswirken. Keiner wird solche Schneisen anlegen, wenn er finanzielle Verluste und hohen bürokratischen Aufwand befürchten muss", erklärte Erwin Grödl.

Jagdhundeprüfung gilt künftig unbefristet

Neuregelungen gibt es auch im Jagdhundewesen. Die Gültigkeit der Brauchbarkeitsprüfung für Jagdhunde wird künftig unbefristet verlängert. Zudem sei die Jagd nach der lebenden Ente bei der Prüfung der Hunde wieder erlaubt. Jeder Hundeführer, dessen Vierbeiner die Qualifikation zum Jagdhund geschafft hat, erhält 25 Euro finanzielle Förderung. In der Jägerschaft Klötze sind derzeit 52 Mitglieder mit Jagdhunden organisiert.

Großen Dank richtete Erwin Grödl an die Jagdhornbläsergruppen, die die Weidmänner auch im vergangenen Jahr musikalisch begleitet haben. "Ihre Musik stimmt die Menschen fröhlich und erzeugt in der Öffentlichkeit Verständnis für die Aufgaben und die Leidenschaft eines Jägers", meinte der Beetzendorfer.

Weil zur Jagd nun einmal das sichere Schießen dazugehört, regte der Vorsitzende an, dass jede Hegegemeinschaft einmal jährlich entsprechende Übungen durchführt. "Wir sollten guten Willen zeigen und das freiwillig machen, sonst erfolgt irgendwann einmal eine Reglementierung", warnte Grödl. Auch ältere Jäger sollten keine Scheu davor haben, mit ihrer Waffe zu trainieren. "Je mehr man übt, umso sicherer wird man", meinte der Vorsitzende.