Ein voller Erfolg wurde das Frühlingsfest für die Senioren der Gemeinde Jübar am Sonnabend in Lüdelsen. Das lag vor allem am Halberstädter Shantychor, der mit seinem Überraschungsauftritt die Besucher begeisterte.

Lüdelsen. Rund 140 Senioren der Gemeinde Jübar kamen am Sonnabendnachmittag zum Frühlingsfest in den Lüdelsener Gemeindesaal. Helga Pagels und Hartmut Förster freuten sich als unmittelbare Organisatoren des Treffens, denn begrüßen konnte der Pfarrer in Ruhe, Förster, ältere Einwohner aus Jübar, Hanum, Bornsen, Nettgau, Wendischbrome, Gladdenstedt und Lüdelsen.

Einmal im Jahr findet das Frühlingsfest statt und jedes Mal in einem anderen Ort der Gemeinde Jübar. In Lüdelsen wussten die Organisatoren fleißige Helfer an ihrer Seite, "So haben Frauen der Gemeinde und auch Kameraden der Feuerwehr uns tatkräftig unterstützt", erzählte Hartmut Förster. Aber auch in den Orten liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. "Ungefähr jeweils sechs Teilnehmer hatten sich zusammengetan und ein Blech Kuchen oder eine Torte gebacken und mitgebracht", freute sich Helga Pagels. So gestalteten die Helferinnen aus Lüdelsen ein reichlich gedecktes Kuchenbüfett. Nach dem Kaffeetrinken war kaum etwas übrig geblieben.

Hartmut Förster hielt für die Senioren eine besondere Überraschung bereit. Für die Unterhaltung an dem Nachmittag engagierte er den Shantychor Halberstadt. Für die blauen Jungs aus Halberstadt war es übrigens eine Selbstverständlichkeit, dass sie das Frühlingsfest der Senioren in Lüdelsen musikalisch gestalten, denn ihr Chef, Gerhard Hoffmann stammt aus Lüdelsen. "Als ich Gerhard Hoffmann einmal traf, hatte er sofort zugesagt, mit seinen Männern und den zwei Frauen des Chores nach Lüdelsen zu kommen", sagte Hartmut Förster. Der Termin des Frühlingsfestes der Senioren passte in den Plan der Shantysänger.

Bürgermeister Carsten Borchert, der im Trachtenanzug aus Maria Lankowitz die Feiernden begrüßte, freute sich über den Auftritt des Halberstädter Chores. "Heute singen hier die Jungs von der Küste", scherzte er. "Im kommenden Jahr soll das Frühlingsfest in Bornsen stattfinden. Schon jetzt meinten Bornsener, dass das in ihrem Ort schwierig werden würde. Klappt das nicht, können wir ja wieder in Lüdelsen mit den Jungs von der Küste feiern."

Der Ortschef wusste auch einiges über den Leiter des Chores. Gerhard Hoffmann ist 1958 mit seinen Eltern als Einjähriger nach Wismar und von dort nach Lüdelsen gekommen. Die Schule sei nicht seine Welt gewesen, verriet Borchert.

Daran konnte sich der Chorleiter nicht mehr erinnern. Dafür kannte er noch so manche Lüdelsener und erzählte einige Anekdoten. "Vor 30 Jahren war ich in Hohentramm. Bürgermeister Hannes Weyl führte mich durch die Gemeinde. Der Wehrleiter des Ortes feierte an dem Tag seine silberne Hochzeit", erinnerte er sich an ein Erlebnis im damaligen Altkreis Klötze.

Der Shantychor war mit 18 Mitgliedern angereist. Zum Repertoire gehörten bei weitem nicht nur Seemannslieder, sondern auch Heimatlieder bis hin zum bekannten Lied "Glück auf". Und für das Geburtstagskind Brunhilde Klopp sangen die Männer und zwei Frauen ein Ständchen.

"Viele fragen uns immer wieder, wie wir in Halberstadt einen Shantychor gründen können", erzählte Gerhard Hoffmann. "Geboren bin ich zirka 20 Kilometer von der Ostseeküste entfernt bei Danzig. Also habe ich etwas Ostseewasser im Blut", war seine Begründung. Als er vor 24 Jahren von Lüdelsen nach Halberstadt zog, trat er der dortigen Marinekameradschaft bei. Aus dieser ging der Shantychor hervor, der ein breites Repertoire an Liedgut pflegt.

Die Halberstädter übernahmen die Unterhaltung der Senioren den gesamten Nachmittag über. Bevor das Frühlingsfest zu Ende ging, gab es noch ein deftiges Abendbrot. Den Feiernden hat der Nachmittag sehr gut gefallen, wie einige von ihnen zum Ausdruck brachten. Sie freuen sich schon auf die nächste Zusammenkunft im kommenden Jahr in Bornsen.