Von Siegmar Riedel

Klötze. Alljährlich brennen Kleingärtner darauf, im Frühjahr ihre Pflanzen in die Erde zu bekommen. Langjährige Erfahrungswerte und das Wetter bestimmen dafür den Zeitpunkt. Ärgerlich wird es aber dann, wenn sich das Wetter nicht an die Regeln hält. So geschehen in diesem Frühling: Verfrühte Eisheilige Anfang Mai und noch immer anhaltende Trockenheit bereiten den Kleingärtnern in Klötze Kopfzerbrechen.

"Die Erdbeer- und Kartoffelpflanzen sind erfroren", zeigt Günter Sommer, Vorsitzender des Kleingartenvereins Am Friedensberg bei einem Rundgang durch seinen Garten in Klötze. Auch an den Blättern und Blüten der Apfelbäume hat der Frost genagt.

"Mit einer solchen Kälte habe ich nicht gerechnet", bedauert der Vereinschef. Solche Frostnächte noch Anfang Mai habe es seiner Meinung nach zuletzt in den 1980er Jahren in der Region Klötze gegeben. Zwar weiß er nicht mehr das Jahr, "aber es war an einem 7. Mai, an dem minus 7 Grad waren", berichtet Günter Sommer. Daran erinnert er sich so genau, weil er von seinen sonst üppig tragenden Bäumen keine Kirschen ernten konnte.

Die Kleingärtner halfen sich in den vergangenen Wochen mit Vlies und Folien. Damit deckten sie die jungen Pflanzen und Triebe in ihren Gärten ab. In fast allen Parzellen der Gartenanlage waren solche Abdeckplanen zu sehen. Wer sie zu früh abnahm, erlebte eine böse Überraschung: Die Blätter werden erst schlaff und vertrocknen dann.

Glück hatte Günter Sommer mit seinen Johannisbeeren. Als der Frost wieder einsetzte, war deren Blüte schon vorbei. Auch der Rhabarber steht gut. "Den habe ich schon ein paar mal geerntet", erzählt Sommer. Er hofft jetzt auf ein Ende der Trockenheit und baldigen Regen, damit die Pflanzen sich besser erholen können.