Eine nicht ganz alltägliche Arbeitsgemeinschaft gibt es an der Apenburger Grundschule. Einmal in der Woche tauchen interessierte Mädchen und Jungen in die Geheimnisse der Imkerei ein.

Apenburg. Die unscheinbare Holzhütte hinter der Apenburger Grundschule existiert bereits seit Ende der 70er Jahre. Sie enthält einen Imkerlehrstand, der vom damaligen Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK) zur Verfügung gestellt wurde. "Hier besteht Gelegenheit, den Schülern die Imkerei näherzubringen und sie für die Arbeit mit Bienen zu begeistern", erklärt der Apenburger Günter Schröder, der den Stand betreut. Der ehemalige Lehrer und begeisterte Bienenfreund hatte an der damaligen Sekundarschule die Imker-Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen, die noch heute besteht. Jeden Mittwoch treffen sich sechs Schüler der vierten Klasse, um die Geheimnisse der Bienenzucht kennenzulernen. Besonders im Sommerhalbjahr macht die Arbeit Spaß, denn dann kann aus den Waben im Lehrstand der süße Honig geholt und geschleudert werden.

Die Apenburger Luca-Pascal Wernecke und Marvin Drawehn, Anne Weiss aus Cheinitz, Johanna Schulz aus Winterfeld, Thies Kremer aus Baars und die Recklingerin Lena Hübers wissen genau, worauf sie sich einlassen. Angst vor den zu Hunderten ein- und ausfliegenden Bienen haben sie nicht. Dennoch gehört professionelle Schutzausrüstung zur Ausstattung der jungen Imker. Haube, Schleier, Bluse und Handschuhe hat der Deutsche Imkerbund dem Imkerverein Eintracht 1886 Beetzendorf und Umgebung für die Arbeitsgemeinschaft spendiert.

Nachdem die Bienen durch den Einsatz von Rauch beruhigt sind und ihre Stechbereitschaft gesenkt ist, können die Schüler die Waben aus den Beuten nehmen. "Aber nur die Honigwaben. Die Brutwaben, die sich unten auf dem Schlitten befinden, bleiben drin", mahnt Günter Schröder. Dort befindet sich das Brutnest, in dem die Aufzucht des Nachwuchses erfolgt.

Dass eine solche Honigwabe, die sich in einem rechteckigen Holzrähmchen befindet, nicht gerade leicht ist, merken die Schüler schnell. "Sie wiegt etwa zwei Kilogramm", berichtet der Imker. Schließlich befindet sich über dem flüssigen Honig noch eine feste Schicht, das sogenannte Entdeckelungswachs. Das muss zunächst entfernt werden. Dazu nutzen die jungen Imker eine Art Gabel, mit der die Wachsschicht vorsichtig abgehoben wird. "Das Wachs kann man einschmelzen und beispielsweise zu Kerzen verarbeiten", weiß Günter Schröder.

Harte Arbeit ist vonnöten, bis die ersten vier Waben in die kleine Honigschleuder gehängt werden können. Eifrig betätigen die Schüler die Kurbel, mit der die Waben im Inneren der Trommel schnell um eine Achse gedreht werden. Durch die entstehende Fliehkraft fließt der Honig aus den Zellen bis an die Wand und sammelt sich anschließend auf dem Boden der Schleuder. Nachdem alle zwölf Waben abgearbeitet sind, kommt der spannende Augenblick. Aus dem Hahn am Boden der Schleuder rinnt der goldgelbe süße Saft in den bereitgestellten Eimer. Die jungen Imker können ihren ersten selbst hergestellten Honig in kleine Gläser füllen und mit nach Hause nehmen.

"Jede Wabe enthält etwa 1,5 bis zwei Kilogramm Honig. Insgesamt kommen bei einem Durchgang also bis zu 20 Kilogramm zusammen", erzählt Günter Schröder, Zwei- bis dreimal müsse man im Sommer schleudern. Außerdem sei es wichtig, die Völker regelmäßig durchzusehen, damit sie nicht Weiselzellen für eine neue Königin anlegen und in Schwarmstimmung geraten.

Generell hält sich der Zeitaufwand beim Imkerhobby jedoch in Grenzen. Die Hauptarbeit wird von April bis Juli erledigt, wenn die Bienen den Honig produzieren. "Außerdem ist der große Vorteil, dass man sich die Arbeit einteilen und die Bienen auch mal eine Woche allein lassen kann. Das geht beispielsweise bei Hühnern nicht, die jeden Tag gefüttert werden müssen", erläutert der Apenburger, der hofft, dass einer seiner jungen Schüler später vielleicht selbst einmal Hobbyimker wird.

   

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