Friedrich Kove ist nach knapp 300 Jahren endlich zur Ruhe gekommen. Vielmehr die Grabplatte, auf der dem am 17. Februar 1712 verstorbenen Kove in würdigen Worten gedacht wird. Denn die Finder der Platte, Michaela Tiebe und Torsten Spin, Mitglieder des Heimatvereins, sowie Ortsbürgermeister Sven Groneberg gaben am Sonnabend das steinerne Zeugnis über Friedrich Kove für die Öffentlichkeit auf dem Großen Burghof frei.

Oebisfelde. Michaela Tiebe und Torsten Spin fanden im April auf dem Gelände des ehemaligen E-Werkes an der Schulstraße in Oebisfelde bei Arbeiten am Haus die Grabplatte. Sie hatte dort als Trittstein gedient. Beim Umdrehen der Sandsteinplatte merkten sie dann, was dort vermutlich seit Jahrhunderten im Boden gelegen hat. Der Heimatverein nahm sich schließlich der Sache an. Die beiden Stadtarchivare Friedrich-Karl Sonntag und Horster Schröder stöberten in alten Unterlagen und fanden sehr viel über die Familie Kove heraus (wir berichteten).

Aber auch Steffen Wetterling, wie Sonntag und Schröder im Heimatverein engagiert, machte sich gemeinsam mit Gerd Wartenberg sowie Mitarbeitern des kommunalen Wirtschaftshofes an die Arbeit, um seinen Vorschlag, die Grabplatte auf dem Großen Burghof dauerhaft aufzustellen, umzusetzen.

Gerd Wartenberg fertigte kostenlos Edelstahlanker an, mit der die Tafel an der Wand festgehalten wird. Die Männer vom Wirtschaftshof um Eckhard Brosig zeichneten für den notwendigen Sandsteinsockel auf dem abschüssigen Standplatz der Platte verantwortlich.

"Die Enthüllung der Grabplatte muss mangels eines Bettlakens zwar ausfallen, doch das dürfte nicht ins Gewicht fallen. Wichtig ist, dass wir in einer Gemeinschaftsaktion wieder ein Stück Stadtgeschichte erschließen konnten", sagte Ulrich Pettke, Vorsitzender des Heimatvereins, am Sonnabend bei der Einweihung.

Völlig erschlossen ist das Stück Stadtgeschichte allerdings nicht. Unbeantwortet dürfte wohl die Frage bleiben, wie die Grabplatte von Friedrich Kove auf das E-Werk-Gelände gekommen ist. Auf Antwort hoffen Sonntag und Schröder hingegen noch auf die Frage, wo sich der Kovenhof befand. Fest steht, dass sich der Hof in Kaltendorf befunden hat. Eine Vermutung hatte am Sonnabend Ex-Bürgermeister Wetterling parat: "Laut den vorhandenen Aufzeichnungen, könnte sich der Kovehof auf dem jetzigen Wohnungskomplex am Altenpflegeheim befunden haben. Früher hatte dort einmal die Druckerei Lohse ihr Domizil."

Die beiden Archivare wollten sich dieser Vermutung aber nicht anschließen. "Wir haben in einige alte Stadtpläne geschaut. Einen Hinweis auf den Kovehof gab es nicht. Auch das Befragen von alten Kaltendorfern hat bislang nichts gebracht", erklärte Horst Schröder. Die beiden Archivare werden aber weiter forschen.