Seit etwa zehn Tagen treiben Einbrecher ihr Unwesen in Oschersleben. Bereits zwei Mal haben Plünderer bei ihren Beutezügen durch Garagen- und Laubenkomplexe teils wertvolles Diebesgut mitgehen lassen und eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Die Polizei geht von ein und derselben Bande aus.

Von Sebastian Pötzsch

Oschersleben l "Das schließen wir aus der Art und Weise, wie die Täter bei den Einbrüchen sowohl am vergangenen Wochenende als auch eine Woche zuvor vorgegangen sind", sagt der Sprecher des Polizeireviers Börde, Joachim Albrecht. Er und seine Kollegen vermuten, dass die Täter aus dem Oschersleber Nahbereich kommen. "Die Ermittlungen dazu sind in vollem Gange", betont der Beamte. Mehr möchte er allerdings nicht verraten.

"Einbrechern sollte es so schwer wie möglich gemacht werden, sich Zutritt zu verschaffen."

Polizeisprecher Joachim Albrecht

Doch zumindest ein Aspekt scheint seine These zu stützen: Alle von der Diebesbande auserkorenen Ziele liegen nicht direkt an den Hauptverkehrsadern der Stadt. Auch der Tatort vom vergangenen Wochenende, der Garagenkomplex an der Umgehungsstraße, lässt nähere Ortskenntnisse vermuten: Das Areal ist nur über eine unbefestigte Einbahnstraße zu erreichen und könnte also vor dem Raubzug ausspioniert worden sein.

Hier hatten am vergangenen Sonntag Vormittag Besitzer mehrere Einbrüche in ihre Garagen gemeldet. Die vor Ort gerufenen Polizeibeamten hatten im Laufe der Ermittlungen festgestellt, dass die Tore von insgesamt 14 Unterstellplätzen beschädigt sowie ein Motorrad, Helme und ein Fahrrad gestohlen worden waren (Volksstimme berichtete). Außerdem hatten Zeugen unweit des Garagenkomplexes einiges Diebesgut gefunden und ebenfalls die Polizei informiert.

Bereits eine Woche zuvor, nämlich in der Nacht zum 6. Januar, waren offenbar dieselben Einbrecher schon einmal unterwegs - ganz in der Nähe des Tatortes vom vergangenen Wochenende. Ihr Ziel waren Garagen und Lauben mehrerer Kleingartenanlagen, die sie ebenfalls aufgebrochen haben. Im Zuge dessen ließen sie diverse Gegenstände wie Werkzeuge mitgehen.

Zunächst waren mehrere Garagen in der Gneisenau-straße das Ziel. Tatort Nummer zwei war die Gartenanlage "Am Karpfenteich". Hier hatten die Täter nach Informationen von Joachim Albrecht eine der Gartenlauben aufgebrochen, sie durchstöbert und Geschirr gestohlen. Weiter führte die Spur der Einbrecher zur Gartenanlage "Gelber Weg". Laut Polizeiinformationen haben sich die Täter auch hier eine der Lauben ausgesucht, in der sie die Schränke durchstöbert und eine Bohrmaschine sowie eine Kettensäge gestohlen haben.

Schließlich hinterließen die Täter auch in der Gartenanlage im Schermcker Winkel eine Spur der Verwüstung. Hier wurden zwei Gartenlauben ebenfalls mit Gewalt geöffnet und durchstöbert. "Die Herangehensweise war genau dieselbe wie bei den anderen Einbrüchen, auch die vom vergangenen Wochenende in der Umgehungsstraße", wiederholt der Polizeisprecher.

Dort hat auch Erhard Behrens seine Garage. Selbst war er nicht betroffen von den aktuellen Streifzügen der Diebesbande. "Dafür aber meine Nachbarn zwei Reihen weiter", weiß der rüstige Rentner und ergänzt: "Bei mir hier ist alles gut gesichert. Diebe überlegen sich zweimal, bevor sie hier einsteigen. Schließlich habe ich auch schlechte Erfahrzungen gemacht und daraus gelernt." So sei zwar nicht in seine Garage eingebrochen worden - dafür aber schon zwei Mal in seine Laube in der Gartensparte "Zur Erholung" gleich gegenüber an der Schermcker Straße. "Das war dann schon nicht mehr witzig", sagt Behrens und gibt der schlechten Personaldecke bei der Polizei die Schuld. "Wenn hin und wieder mal eine Streife durchfahren und alles ableuchten würde, würde sich das doch rumsprechen und die Einbrüche wären zurückgegangen."

Unterdessen ruft Joachim Albrecht die Laubenpieper und Garagenbesitzer zu Ruhe und Wachsamkeit auf. "Täter wollen mit möglichst geringem Aufwand einbrechen. Also sollte es ihnen so schwer wie möglich gemacht werden, sich Zutritt zu verschaffen", rät der Polizeibeamte und fügt hinzu: "Wenn Diebe schon von außen sehen, dass sie hier nur mit hohem Kraftaufwand und viel Lärm hereinkommen können, lassen sie meist von ihrem verbrecherischem Vorhaben ab."

Außerdem sollten in den Garagen keine leicht zu transportierenden Wertgegenstände gelagert werden. "Der Diebstahl der Motorradhelme beispielsweise hätte ganz einfach verhindert werden können. Bestimmt wäre dafür über den Winter hindurch auch Platz in der Wohnung der Geschädigten gewesen", ist sich Albrecht sicher.

"Wichtig ist, selbst kleinste Beschädigungen an Tür und Tor bei der Polizei anzuzeigen"

Außerdem schlägt der Beamte routinemäßige Kontrollgänge vor, die in unregelmäßigen Abständen durchgeführt werden sollten. "Wichtig hierbei ist, selbst kleinste Beschädigungen an Tür und Tor, die auf Einbruch oder einen Einbruchsversuch hindeuten, bei der Polizei anzuzeigen", betont Albrecht. Nur so könnten Täterprofile erstellt und schließlich die Diebe auch gefasst werden.

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