Oschersleben l Nach Kriegsende 1945 beschlossen die Alliierten die Auflösung der preußischen Provinz Sachsen, die ab dem 1. September 1947 in das Land Sachsen-Anhalt mit der Landeshauptstadt Halle umgewandelt wurde. In der damaligen Sowjetischen Besatzungszone wurden 1946/47 auf der Grundlage des Befehls Nummer 2 der sowjetischen Militäradministration (SMAD) auch im Fußball neue Vereinsstrukturen durch die Bildung von Sportgruppen in den Kommunen und bei den antifaschistischen Jugendausschüssen aufgebaut.

In den ersten Jahren spielte sich das Sportgeschehen überwiegend auf kreislicher Ebene ab.Im Fußball ermittelten 1946/47 14 Kreise des Landes Sachsen-Anhalt erstmalig den jeweiligen Kreismeister. Den Titel des Landkreises Oschersleben errang die Sportgemeinschaft (SG) Oschersleben. Ab Mitte 1947 übernahm die Jugend-organisation FDJ im Verein mit der Gewerkschaft FDGB die überregionale Spielorganisation.

Landesliga startet 1948 mit Oschersleben und Hötensleben


In der Saison 1947/48 gehörte Hötensleben, damals noch dem Landkreis Haldensleben zugehörig, der 2. Spielgruppe der Region Magdeburg an. Die Mannschaft qualifizierte sich ebenso wie die SG Oschersleben für die neu gebildete Landesklasse (Staffel Nord), die 1948/49 den Spielbetrieb aufnahm.

Die Landesklasse (später Landesliga genannt) war im genannten Spieljahr die höchste Spielklasse in den fünf Ländern der Sowjetischen Besatzungszone. Hötensleben spielte bis zum Abstieg 1951 drei Jahre in ihr. Zum Mannschaftskader gehörten in jener Zeit Otto Künnemann, Günter Henseleit, Gerhard Denecke, Edgar Dopieralla, Günter Müller, Horst Göllner, Helmut Theiß, Willi Görke, Klaus Gritzan, Walter Krull, Horst Dörr, Willi Ziemann, Fritz Weljehausen, Georg Hermel, Dieter Eggers, Lothar Bosse, Hartmut Blaue, Rudolf Schulze, Kurt Bodyschek, Heini Köchig.

Die SG Oschersleben gehörte der Landesklasse zwei Spielzeiten bis zum Abstieg 1950 an. In den Reihen der Kreisstädter standen viele gute und erfahrene Spieler. Zu ihnen gehörten unter anderem Kurt "Tata" Hustedt, Franz Grünberg, Willi Ochsenfahrt, Erich Tepper, Willi Strebe, Heinz Doil, Herbert Kupfer, Hubert Palm, Horst Bäse, Günter Bischoff, Ernst Kleppe, Hans Schulze, Horst Brandes, Dickerle Schmidt, Heinz Kirbs, Kurt Möller, Hans Schaper, Willi Spier, Franz Hoßbach, Hauert, Bosse, Gattermann, Martin.

Suche nach bewährtenSpielern und Talenten


1948 suchte man in Sachsen-Anhalt verstärkt nach geeigneten Spielern für die zu bildenden A- und B-Landesauswahlmannschaften. Aus diesem Grund fanden auf verschiedenen Ebenen (Kreis, Bezirk, Region usw.) Lehrgänge und zahlreiche Sichtungsspiele statt. Man wollte bewährte Strategen und junge Talente für die anstehenden Ländervergleiche finden. Kurt "Tata" Hustedt, Franz Grünberg und Willi Ochsenfahrt aus Oschersleben sowie Günter Henseleit und Edgar Dopieralla aus Hötensleben gerieten durch ihre Leistungen in der Landesklasse in den Blickpunkt des damaligen Landestrainers Kurt Vorkauf und seiner Beobachter. Aber auch aus den Bezirksklasse-Mannschaften Hornhausen (Karl-Heinz Heidemann) und Gröningen (Fritz Reinhardt, Heinz Hohl) wurden Spieler eingeladen. Mit der Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 ging die Zeit des sogenannten "Ostzonenfußballs" zu Ende.

Wechsel in höhere Spielklassen


1950 vollzog der Hornhäuser Verteidiger Karl-Heinz Heidemann als erster Spieler des Kreises Oschersleben den Wechsel zu einem Oberligaverein. Er schloss sich Stahl Thale an und wurde auch in der Harzstadt ansässig. Im gleichen Jahr verließ dasgroße Torwarttalent Heinz "Heia" Knopp Hötensleben.Er unterschrieb als Vertragsspieler (Halbprofi) beim Nord-Oberligisten Göttingen 05, gelangte in das berühmte Notizbuch des Bundestrainers Sepp Herberger und nahm unter ihm an einem DFB-Sichtungslehrgang teil.

   

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