Innerhalb von nur sechs Tagen sind die zwei Katzen von Ute Fehling von Unbekannten gequält worden. Das zumindest sagt die Tierliebhaberin aus Oschersleben. Beide Taten sollen sich in der Nähe der Brockenstraße ereignet haben.

Von Margarethe Bayer

Oschersleben l Die zweifache Katzenbesitzerin Ute Fehling hat sich bei der Volksstimme gemeldet, weil sie andere Tierhalter warnen will. "Ich kann mir das überhaupt nicht erklären. Die Nachbarn im Umkreis wissen, dass das meine Katzen und diese absolut lieb und zutraulich sind", sagt die Tierliebhaberin. Sie würde es eigentlich Niemandem in ihrem Umfeld zutrauen. Auch habe sie niemals Probleme mit Anwohnern gehabt.

Dennoch vermutet sie, dass es zumindest aus der unmittelbaren Nachbarschaft kommt. "Bevor das alles passierte, erzählte mir ein benachbartes Ehepaar, dass ihre zwei Katzen vergiftet wurden und daran starben", sagt die 47-Jährige. Nun traf es auch ihre Tiere. Besonders schlimm habe es ihren roten Kater Minka erwischt. Laut Fehling würden ihre beiden Katzen jeden Abend nach Hause kommen. Außer am Sonntag, 23. Februar. "Wir hatten uns schon gewundert, wo Minka bleibt. Nachts gegen 23.30 Uhr hörte ich plötzlich ein erbärmliches Geheule vor der Haustür", erzählt sie weiter. Der Kater hätte es gerade noch bis vor die Wohnungstür geschafft. Wegen der starken Schwellungen könne er noch heute kaum stehen und laufen. Ein Autounfall komme laut Tierärztin Silke Knopf aus Oschersleben nicht in Frage. "Katzen, die an einem Verkehrsunfall beteiligt sind, haben typische Merkmale wie etwa ausgefaserte Krallen, da sie beim Aufprall reflexartig versuchen, sich im Asphalt festzukrallen", erklärt die Ärztin. Diese und weitere Anzeichen waren jedoch bei Frau Fehlings Katze nicht feststellbar. "Wie die Verletzungen zustande kamen, ist jedoch nicht eindeutig feststellbar", sagt die Ärztin. Doch absichtlich zugefügte Verletzungen schließt sie nicht aus, seien jedoch in diesem Fall nicht beweisbar. Ein missglückter Sprung sei genauso denkbar.

Fehlings zweiter Kater Oskar soll dagegen vergiftet worden sein. Das erst knapp einjährige Tier überlebte zum Glück. Ganze 46 Euro hätte die Behandlung des Katers gekostet. Welches Gift es war, sei nicht festgestellt worden. "Fakt ist doch aber, dass Katzen nicht alles fressen. Daher vermute ich, dass das Gift in Katzenfutter gemischt wurde", ist sich Fehling sicher. Doch Tierärztin Knopf konnte nicht eindeutig klären, was genau der Katze fehlte. "Frau Fehling hatte zwar Rattengift vermutet, aber wir konnten die dafür typischen Punktblutungen in der weißen Augenhaut oder auch die kleinen blutroten Punkte an der Lippe nicht feststellen. Sicher ist nur: Der Kater hatte Schmerzen im Bauchbereich", sagt die Ärztin.

Sie warnt vor übereilten Selbstdiagnosen: "Solche Anzeichen finden sich nicht nur bei Vergiftungen mit Rattengift, sondern auch bei bakteriellen Vergiftungen." Knopf rät daher allen Tierliebhabern, für eine genaue Diagnose immer erst mit dem Tierarzt zu sprechen. Auch schlägt sie vor, verdächtige Köder nicht einfach liegenzulassen oder wegzuwerfen, sondern zum Tierarzt zu bringen und den Fundort der Polizei zu melden.

Die schnellstmögliche Kontaktaufnahme mit der Polizei empfiehlt auch Rolf Schroeder vom Oschersleber Tierschutzverein. "Ebenso bei Tieren, die bereits tot vorgefundenen wurden. Nur so kann vielleicht verhindert werden, dass weitere Katzen gequält oder vergiftet und dabei sogar getötet werden", rät Schroeder.