Der Widerstand gegen die Pläne des Kultusministers, immer mehr Landschulen schließen zu wollen, wächst. In Seehausen haben in dieser Woche Vertreter der Schulfördervereine gemeinsam mit den Ortschefs jener von einer möglichen Schulschließung betroffenen Gemeinden einen Protest-Plan aufgestellt.

StadtWanzleben-Börde l Dem derzeit viel diskutierten und heftig umstrittenen Schulsparkurs von Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) wollen die Bewohner der Stadt Wanzleben - Börde und darüber hinaus einen Strich durch die Rechnung machen - Widerstand gegen die geplanten Schulschließungen regt sich. Beim Aktionstreffen in dieser Woche in Seehausen haben Vertreter der Kita- und Schulfördervereine in Absprache mit den Ortschefs einen Drei-Punkte-Aktionsplan aufgestellt. "Der erste Protest ist für den 21. März geplant. An jenem Freitag sollen sich in jedem Grundschulstandort alle Schließungsgegner um 16 Uhr treffen und öffentlich gegen die Sparpläne des Landes protestieren", erklärt Seehausens Ortsbürgermeister und Sozialauschussmitglied Eckhard Jockisch, der beim Treffen mit Vertretern des Aktionsbündnisses "Grundschulen vor Ort" zum "Netzwerker" ernannt worden war. Bei ihm laufen seither die Fäden für geplante Protestaktionen zusammen. "Im Kampf um den Erhalt der Grundschulen ist es jetzt wichtig, dass sich alle, die von einer Schließung betroffen sind, zusammenschließen. Nur gemeinsam können wir etwas bewegen", ist sich der 70-Jährige sicher. Und so ruft er im Namen der Fördervereine schon zur nächsten Demonstration auf. "Am 27. März wollen wir vor den Landtag in Magdeburg ziehen. Der Startschuss fällt hier ebenfalls um 16 Uhr." Um die Genehmigung kümmere sich derweil Domerslebens Ortschef Hartmut Thiele.

Bis dahin seien die Bürger angehalten, Unterschriften in ihren Orten zu sammeln. Über das Engagement für die vom Bündnis "Grundschulen vor Ort" initiierte Aktion "Sachsen-Anhalt wird bunt", bei der bunte Wimpel und kleine Stofffähnchen als Symbol gegen geplante Schulschließungen in den Gemeinden aufgehängt werden, zeigte sich in dieser Woche auch Pfarrer Thomas Seiler beeindruckt. "In den einzelnen Orten sind so viele Familien und Anwohner fleißig am schmücken, um ein Zeichen zu setzen. Dieser ehrenwerte Einsatz ist eine ganz tolle Sache, wie ich finde. In Seehausen beispielsweise haben die jungen Muttis und Fördervereinsmitglieder neben dem Marktplatz und dem Weg bis zum Kreisel nun auch das Feuerwehrgerätehaus mit Wimpeln geschmückt", zählte er gerührt auf. "Und wir werden weiterschmücken", schob Ortschef Eckhard Jockisch hinterher, um sogleich auch die dritte Protestaktion anzukündigen. "Am 22. April steht dann die Demo vor dem Kreistag an."