Die Kameraden der Altenweddinger Ortswehr sind top ausgebildet, haben 1600 Stunden in die Weiterbildung gesteckt im vergangenen Jahr 20 Einsätze geleistet. Und doch ist die Stimmung gedrückt: Die Technik ist veraltet.

Altenweddingen l Zu 20 Einsätzen, so viele wie schon lange nicht mehr, sind die Altenweddinger Kameraden im vergangenen Jahr ausgerückt. Wehrleiter Eberhard Hauer ließ während der Jahreshauptversammlung am vergangenen Sonnabend die Einsätze noch einmal Revue passieren. "Wir werden uns doch nicht zur Ölwehr entwickeln?", warf der Wehrleiter scherzend in die Runde, denn im vergangenen Jahr mussten sechs Ölspuren beseitigt werden, in diesem Jahr waren es bereits zwei. "Wir können eine gute Einsatzbereitschaft vorweisen, fast immer waren genügend Kameraden zum Ausrücken an Ort und Stelle", so Eberhard Hauer. Im vergangenen Jahr habe sich bewährt, jeden Mittwoch die Dienstabende durchzuführen. Allerdings sollten einige Kameraden ihren Teilnahme verbessern.

Zahlreiche Lehrgänge haben die Altenweddinger Kameraden im vergangen Jahr absolviert. So nahmen 18 Feuerwehrleute an der Weiterbildung zum Digitalfunk teil. Im August konnte die Wehr deshalb freigeschaltet werden und nimmt am Digitalfunk teil. Sprechfunker, Atemschutzgeräteträger, Truppmann, Jugendgruppenleiter, Gruppenleiter, Maschinist, Leiter einer Wehr waren weitere Aus- und Weiterbildungen. Dabei wurden rund 1600 Stunden von den Kameraden geleistet. Die 20 aktiven Einsatzkräfte seien also gut ausgebildet."Wir haben einen Zugführer, vier Gruppenführer fast jeder hier ist Truppführer und hat auch den Lehrgang Technische Hilfeleistung erfolgreich besucht, 95 Prozent der Atemschutzgeräteträger sind einsatzbereit. Mit bald fünf Maschinisten können wir jederzeit unsere Fahrzeuge bewegen. Wir als Einsatzkräfte sind einsatzbereit. Warum ist es unsere Technik nicht?", fand Feuerwehrmann Andreas Hauer in seinem Diskussionsbeitrag mehr als deutliche Worte für die derzeitige Situation der Altenweddinger Wehr.

"Nur mal ein Beispiel. Letztes Jahr bekamen wir das alte Rettungsgerät der Feuerwehr Osterweddingen, leider ohne Zubehör wie Sicherungsmaterial oder eine Möglichkeit, dieses zu transportieren. Nun steht das 20 Jahre alte Rettungsgerät auf dem 37-jährigen Tanklöschfahrzeug zur Zierde", setzt der Feuerwehrmann seine Kritik fort.

Der "Elo", fachmännisch LF 8/8 TS genannt, sei als offizielles Einsatzfahrzeug geführt, jedoch in keinster Weise ausgestattet und vor allem zu unzuverlässig. "Innerhalb von zwölf Minuten an der Einsatzstelle zu sein mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 bis 40 Kilometern pro Stunde ist doch fraglich, oder?", macht Andreas Hauer im Namen seiner Kameraden seinem Ärger Luft.

Das Thema Technik würde sich durch alle Feuerwehren des Süleztals ziehen und so langsam sei es Andreas Hauer als Verantwortlicher im Bereich Technik leid, um alles betteln zu müssen. "Wir sind eine Pflichtaufgabe. Da rettet auch der Paragraf 96 der Gemeindeordnung zur vorläufigen Haushaltsführung die Gemeinde nicht. Denn in diesem Paragraf heißt es auch, dass die Gemeinde Zahlungen leisten muss, die für die Weiterführung notwendiger Aufgaben unaufschiebbar sind. Ist denn die Sicherheit unserer Mitbürger und die der Kameraden aufschiebbar? Ich denke nicht!", so Andreas Hauer. Bürgermeister Jörg Methner dankte ihm für die deutlichen und offenen Worte. Methner verwies auf die Arbeitsgruppe Feuerwehren, die vor kurzem ihre Arbeit aufgenommen hat. "Es müssen Schwerpunkte gesetzt werden. Gemeinsam mit den Räten müssen wir die Probleme Stück für Stück angehen und vor allem uns in Sachen Technik ernsthafte Gedanken machen", so Methner.