Es währte etwas länger als gedacht, aber es überwog letztlich die geteilte Freude über das Gelingen. Die Gemeinde Wefens- leben hat am Sonnabend ihr "Haus der Generationen" eröffnet - eine Heimstatt für öffentliche Beratung, Bibliothek und Vereinswesen.

Wefensleben l Dora Oeltze war sichtlich beseelt vom Glück, als sie durch den feierlich dekorierten Veranstaltungsraum schritt, der fortan der Treff für ihre Volkssolidarität ist: "So lange haben wir darauf hingearbeitet, zehn Jahre darum gekämpft", merkte die Ortsgruppenvorsitzende an. Vorbei nun die Zeiten, in denen die Gästeschar auf zwei Räume verteilt werden musste. "Gerade bei den größeren Veranstaltungen wurde es immer eng, daher ist dieser schöne Raum zusammen mit der Küche und dem Empfangszimmer nun ein wahrer Segen für uns", brachte Oeltze ihre Freude zum Ausdruck.

Auch "Nachbarin" Annette Fichtner, verantwortlich für die Gemeindebibliothek, atmete auf: "Das war jetzt hoffentlich der letzte Umzug", meinte sie augenzwinkernd in Anspielung auf die drei Standortwechsel der Bibliothek in jüngerer Vergangenheit. "Großer Dank an dieser Stelle an die fleißigen Umzugshelfer", so Fichtner, "wir haben 187 Bücherkartons umgesiedelt, dazu die Regale, Tische und noch einiges mehr - ich bin sehr stolz auf die Helfer."

Stolz dürfe man sowieso sein, meinte Verbandsbürgermeister Frank Frenkel in seinem Grußwort: "Mein Lob für den Mut der Gemeinde, dieses Geld in die Hand zu nehmen und so eine Einrichtung zu schaffen!" Die Verwaltung der Verbandsgemeinde Obere Aller werde selbst Nutzer des Hauses, erklärte Frenkel: "Wir richten im Keller ein Archiv ein." Das Tagesgeschehen aber wird sich ab sofort darüber abspielen. Im Erdgeschoss befindet sich außer der Bibliothek und dem Bereich der Volkssolidarität auch das Büro des Bürgermeisters; hier finden zudem die Sozial- und Rentenberatungen statt. In der oberen Etage sind Sport und Bewegung angesagt, dort haben sich die "Western Dancer" und die Judofreunde eingerichtet, die zur Einweihung auch gleich mit kleinen Darbietungen glänzten.

"Es ist ein Tag, der gewiss einen würdigen Platz in der Wefensleber Chronik finden wird", hob Bürgermeister Helmut Ebeling zur Eröffnung an. "Nach der umfangreichen Sanierung des Kita-Trakts direkt nebenan konnten wir nun im linken Gebäudekomplex nachziehen. Ich glaube, das Geld ist hier gut angelegt, denn die Wefensleber werden von dem Haus und seinen Angeboten rege Gebrauch machen." Der Name sei Programm, so Ebeling weiter: "Die Gemeinde bietet hier nun die Betreuung aller Generationen unter einem Dach an. Das Gebäude wird sowohl von den Kleinsten als auch von Vereinen und Verbänden genutzt."

Für rund 370000 Euro ist das Gemeindehaus während des vergangenen Halbjahrs umfassend modernisiert worden: Fenster, Fassade und Komplettrenovierung innen. Möglich machte es eine knapp 60-prozentige Förderung des Landes, namentlich des Amts für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) mit Unterstützung der Leader-Aktionsgruppe "Flechtinger Höhenzug". Der Eigenanteil der Gemeinde liegt bei rund 150000 Euro.

 

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