Die Sanierung der Kirche in Emmeringen ist so gut wie abgeschlossen. Ein weiteres, wichtiges Puzzle-Teil ist nun mit der Fertigstellung des Frieses durch den Künstler Kay Elzner vollendet worden.

Emmeringen l "Am Sonntagabend erst habe ich den letzten Strich getan, nun ist das Werk vollendet", erzählt der Maler und Illustrator Kay Elzner erleichtert. Nach mehrmonatiger Arbeit ist der rund zehn Meter lange und fast einen Meter hohe Geschichtsfries nun fertiggestellt und die Malerarbeiten im Inneren des Sakralbaus in Emmeringen sind abgeschlossen. "Nur kleine Restarbeiten etwa am Mauersockel stehen noch an. Die werden erledigt, wenn die Scheuerleisten angebracht sind", bespricht sich der Künstler mit Lutz Bittner.

200000 Euro Spenden und Leader-Mittel

Bittner ist der Vorsitzende des Vereins "Emmeringer Kirche und Kunst", dem es mit viel Engagement gelungen ist, die einstige Kirche vor dem Verfall zu retten. Dafür mussten 200000 Euro berappt werden. "Das war natürlich nur durch die vielen Spenden und dank der Mittel aus dem europäischen Leader-Programm möglich", betont der Vereinschef.

Mit diesem Geld sei die Fassade auf Vordermann gebracht, die Bleiglas-Fenster und die Kirchentür restauriert, die Elektrik erneuert sowie der Glockenturm befestigt worden. "Nun folgen nur noch wenige Restarbeiten", erklärt Lutz Bittner weiter. Die Kirchbänke und andere Möbel seien ebenfalls bereits erneuert und müssten nur noch eingebaut werden. Dann käme der Altar an die Reihe, der sich derzeit unter einer Schutzhülle aus Holz befindet. Auch die Empore werde noch aufgearbeitet und der Fußboden aus Stein soll grundhaft gesäubert werden. "Wir planen im September eine große Wiedereröffnungsfeier für den einst entweihten Bau. Bis dahin wird alles fertig sein", schätzt Bittner ein. Er und sein Verein wollen, dass hier noch mehr Kunst und Kultur einzieht und planen Veranstaltungen wie Konzerte und Ausstellungen.

Fries erzählt die Geschichte des Ortes

Kunst ist dank Kay Elzner jetzt schon in den Sakralbau aus Backstein eingezogen. Sein in Brauntönen auf die weiße Wand gemalter Fries zeigt die Geschichte von Emmeringen und beginnt vor über 1000 Jahren mit einer jungen Eiche und der Besiedlung durch die Germanen. Auch die Zeit des sagenumwobenen Templerordens im heutigen Stadtteil von Oschersleben ist zu sehen oder der Dreißigjährige Krieg. "Hier trägt die schon älter gewordene Eiche kein Laub, denn der Krieg legte das ganze Land in Schutt und Asche und brachte viel Leid hervor", erklärt der Künstler. Der Schluss handelt von technischen Errungenschaften und dem Neuanfang nach der politischen Wende. "Das passt auch irgendwie zu dieser Kirche, für die nun eine neue Aufgabe gefunden wurde", erzählt Kay Elzner.