Die Bauarbeiten an der Hornhäuser Straße in Oschersleben könnten sich um mehrere Wochen verzögern. Damit wäre mit einer Fertigstellung erst zum Ende des Jahres zu rechnen. Die Baufirma macht Planungsfehler dafür verantwortlich.

Oschersleben l "Ich möchte, dass das richtiggestellt und nicht uns der schwarze Peter zugeschoben wird", macht sich Rainer Beuke Luft. Er ist der Inhaber jener Baufirma, die von der Landesstraßenbaubehörde den Zuschlag für den Ausbau eines Teilstückes der Hornhäuser Straße in Oschersleben erhielt. Am 11. August haben die Arbeiten begonnen - doch eher schleppend, wie verärgerte Anwohner der Volksstimme-Redaktion berichteten. So seien seit Beginn der Maßnahmen nur wenige Bauarbeiter vor Ort. "Das hatte seine Gründe", bestätigte Firmenchef Beuke und erklärt die Gründe.

So seien erst eine Woche vor Projektbeginn die erforderlichen Planungsunterlagen eingetroffen. "Das ist eigentlich völlig normal", sagt der Firmenchef dazu. Doch als die Papiere an einen Subunternehmer weitergeleitet worden seien, hätten die Schwierigkeiten begonnen. "Das Metallbauunternehmen, das die Geländer für den Fuß- und Fahrradweg herstellt, hat nämlich festgestellt, dass die Stützwände zur danebenliegenden und tiefergelegenen kleinen Hornhäuser Straße zu klein und damit falsch dimensioniert worden waren", erklärt Beuke weiter. Bei den Stützwänden handelt es sich um Winkelelemente aus Beton, deren Füße zu schmal berechnet worden sind. "Würden diese verbaut, wären sie früher oder später über die Böschung in die kleinere Hornhäuser Straße gerutscht und der Fuß- und Radweg schwer beschädigt worden. Außerdem hätten diese die Geländer gar nicht tragen können", beschreibt Beuke.

"Die Verantwortung liegt eindeutig beim Planer, der von der Landesstraßenbaubehörde für die Projektierung beauftragt worden ist", versichert der Fachmann und ergänzt: "Uns trifft also keine Schuld." Als der Fehler bemerkt worden war, sei eine Versammlung aller am Bau Beteiligten einberufen und eine Projektänderung beschlossen worden. Daraus folgend wurden größere Winkelelemente bestellt. Doch diese würden nur nach Bedarf hergestellt, sodass erst am Montag, also vier Wochen später als geplant, mit dem Setzen der ersten Winkelelemente begonnen werden konnte. "Und es sind erst 40 von etwa 270 zugestellt worden. Eine weitere Lieferung erfolgt in den kommenden Tagen", erzählt Beuke.

Noch prekärer wirkt das Problem, weil auch der südliche Rad- und Fußweg von Grund auf erneuert werden muss. Laut dem Auftrag soll allerdings eine der beiden Seiten als Weg für Fußgänger und Radfahrer zum Friedhof frei bleiben. Im Klartext heißt das, dass aufgrund der Verzögerungen keine neuen Bordsteine für die südliche Fahrbahnseite gesetzt werden können, solange dort auch nicht mit dem Fahrradweg begonnen worden ist. "Das wiederum verzögert das Aufbringen der Bitumenschichten für die Fahrbahn", erklärt Rainer Beuke weiter.

Jedoch versichert der erfahrene Fachmann, dass seine Leute und er versuchen, den Plan soweit wie möglich aufzuholen und trotzdem im November fertig zu werden. "Die geänderten Unterlagen sind zwar erst am 4. September eingetroffen. Trotzdem hatten wir im Voraus schon mal die neu berechneten Elemente bestellt, um so wenig Zeit wie möglich zu verlieren", untermauert Beuke seine Bemühungen.

Eine Nachfrage bei der zuständigen Landesbaubehörde in Magdeburg bestätigte unterdessen die Planungsfehler. Nähere Informationen etwa zu Mehrkosten und wer denn diese übernimmt, gab es allerdings nicht. "Der zuständige Mitarbeiter ist für mehrere Tage nicht im Büro zu erreichen, sondern auf Außendienst", war von seinem Kollegen zu erfahren.

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